Adriano Grimaldi tritt mit dem KFC Uerdingen bei seinem alten Klub Preußen Münster an

Samstag in Münster : KFC hofft auf Grimaldi-Rückkehr an alter Wirkungsstätte

Wenn der Pechvogel des Jahres 2019 gesucht wird, könnte Adriano Grimaldi in die engere Auswahl kommen. Er war vom Verletzungspech verfolgt. Am Samstag steht er für den KFC Uerdingen auf dem Platz, wo er seine schönste Zeit erlebte – in Münster.

Adriano Grimaldi ist eine imposante Erscheinung. Das liegt allerdings nicht nur an seiner Länge von 1,88 Meter. Wenn er im kurzärmeligen Trikot, kurzer Hose und Badelatschen vor einem sitzt, strotzt seine Muskulatur vor Kraft – vom Oberkörper bis zur Sohle. Dieser Körper ist einer seiner Trümpfe. Aber er hat ihn in den vergangenen Monaten schmählich im Stich gelassen.

Am 22. Dezember, am letzten Spieltag des Jahres 2018, erlitt er im Trikot des TSV 1860 München eine Sprunggelenksverletzung. Der KFC Uerdingen wollte ihn aber als Verstärkung unbedingt haben und holte ihn in der Winterpause trotz seiner Verletzung. Mitte März kehrt er auf den Platz zurück und feierte sein Debüt im blau-roten Trikot. Doch das Glück war nur von kurzer Dauer. Vier Wochen später erlitt er einen Syndesmosebandriss – das Saison-Aus.

Und die neue Saison begann, wie die alte geendet hatte: mit einer Verletzung. Eine Zerrung zwang ihn zur Pause. In den 23 möglichen Meisterschaftsspielen stand er nur fünf Mal auf dem Platz. „Ich war in den vergangenen Monaten mehr in der Reha als in der Kabine“, sagt der Deutsch-Italiener. „Das war natürlich frustrierend, eine schwere Zeit. Aber es war nicht das erste Mal und wahrscheinlich auch nicht das letzte Mal.“

Am vergangenen Samstag feierte Grimaldi sein Saisondebüt. 35 Minuten stand er gegen den FC Ingolstadt (0:3) bei seinem Comeback auf dem Platz. „Hinterher war ich kaputt“, gesteht er. „Aber ich habe regeneriert und komme jeden Tag einen Schritt weiter.“

Am Samstag (14 Uhr) wird er wieder zum Einsatz kommen, wenn der KFC beim SC Preußen Münster antritt. Für Grimaldi ist das ein besonderes Spiel. Zweieinhalb Jahre lang trug er das Trikot der Westfalen mit dem Adler auf der Brust, absolvierte 74 Drittligaspiele, schoss 30 Tore und bereitete 13 weitere vor. „Laut Statistik war es meine erfolgreichste Zeit“, sagt er. „Und es war auch die schönste – trotz Abstiegskampf, obwohl es Unruhe im Verein gab. Ich habe mich mit der Familie dort sehr wohl gefühlt.“ Entsprechend ist der Kontakt nie abgerissen. „Er ist unregelmäßig, aber immer noch herzlich.“

Grimaldi ist noch nicht top-fit, nach der langen Verletzungspause natürlich noch nicht bei einhundert Prozent. „Ich bin auf dem Weg zu meiner Form“, sagt er. „Ich freue mich, wieder auf dem Platz zu stehen und muss sehen, dass ich vor das Tor komme. Ich bin bereit, der Mannschaft weiter zu helfen.“

Das ist auch bitter nötig, denn der KFC steht mit nur fünf Punkten auf Rang 17 – einem Abstiegsplatz. Daraus ergibt sich, dass die Uerdinger gewinnen müssen, um nicht frühzeitig den Anschluss zu verlieren. Dabei soll der Stürmer helfen. Mit seinem wuchtigen Körper kann er den Ball abschirmen und behaupten. „Adi hat schon gegen Ingolstadt gezeigt, dass er ein belebendes Element ist“, sagte Trainer Heiko Vogel. „Er kann nicht nur Tore erzielen, sondern auch Mitspieler in Szene setzen. Schon aufgrund seiner Präsenz ist er für jeden Gegner unangenehm.“ Eine imposante Erscheinung.

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