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3. Liga: Von Bedingungen wie in Velbert kann der KFC Uerdingen nur träumen

Spiel- und Trainingssituation : Von solchen Bedingungen kann der KFC Uerdingen nur träumen

Der KFC Uerdingen hat sein Pokalspiel in der vergangenen Woche in Velbert ausgetragen. Der Besuch auf der Sportanlage in der niederbergischen Stadt war beeindruckend. Dagegen sind die Bedingungen, unter denen die Krefelder sonst arbeiten, armselig.

Als die Fußballfreunde aus Krefeld die Bahnhofstraße in Velbert erreichten, wo der KFC Uerdingen sein Pokalspiel gegen den MSV Duisburg (0:5) austrug, staunten sie. Dort gab es nämlich nicht nur ein neues, kleines, schmuckes Stadion, sondern auch eine angeschlossene Trainingsanlage mit kleinem und großem Kunstrasenfeld, ein dreigeschossiges Funktionsgebäude, das in Teilen auch für außersportliche Zwecke genutzt wird und ein großzügiger Parkplatz für etwa 590 Fahrzeuge. Sollte der KFC am Samstag beim Spiel in Mannheim nicht den einen noch notwendigen Punkt holen und in die Regionalliga absteigen, so wird er dort in der kommenden Saison seine Heimspiele austragen.

Innerhalb von 15 Monaten wurde das vom Planungsbüro Geo3 zusammen mit dem Bauherren Kultur- und Veranstaltungsbetrieb Velbert (KVV) entworfene Stadion errichtet. Es verfügt derzeit über 2.800 Sitz- und Stehplätze. Die Kapazität kann bei Bedarf auf 5.000 Plätze erhöht werden. 15 Millionen Euro soll die Anlage gekostet haben. „Dazu sage ich nichts“, entgegnete Axel Wieneke, der Bau- und Projektmanager der KVV. „Wir haben kein Geld und reden nicht drüber.“

Die Summe ist auch nicht so einfach zu beziffern, da die Sportanlage mit den drei Plätzen nur eines von drei Projekten auf einem alten Deponie-Gelände ist. Dafür berichtete Wieneke: „Machbar ist vieles.“ Auch die Erweiterung der Arena auf 10.000 Zuschauer sei möglich, wenn der derzeitige Oberligist SSVg Velbert eines Tages aufsteigen und solch großen Zuschauerzuspruch erfahren sollte.

Die Bedingungen, unter denen die SSVg Velbert mit ihren zehn Mannschaften und rund 500 Mitgliedern arbeitet, sind hervorragend. Dem Fußballverein, der die Nummer eins in der 85.000 Einwohner zählenden Stadt ist, obwohl auch der SC Velbert und TVD Velbert der Klasse angehören, stehen fünf Plätze zur Verfügung. „Aber sie sind allesamt in städtischem Eigentum“, sagt Wieneke.

Dagegen sind die Bedingungen, unter denen der Drittligist KFC Uerdingen arbeitet, armselig. Die Sanierung der Grotenburg ist seit drei Jahren nicht gelungen, soll aber bis April 2022 erfolgen. Ob der Deutsche Fußball-Bund den Blau-Roten im Fall des Klassenerhalts jedoch die Lizenz erteilt und einer weiteren Saison ohne Heimspielstätte zustimmt, ist ungewiss. „Die Sondererlaubnis für den Wechsel nach Lotte gilt ausdrücklich nur für den Rest der Spielzeit 2020/2021“, hatte der DFB bereits im Winter deutlich gemacht.

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Immer wieder fragten KFC-Anhänger in unserer Redaktion an, warum die Uerdinger ihre Spiele denn nicht im leeren Stadion austragen könnten? Schließlich seien in Corona-Zeiten sowieso keine Zuschauer zugelassen. Die Antwort der Stadt im Auftrag von Oberbürgermeister Frank Meyer: „Im nächsten Schritt wird die Stadt Krefeld nun die einzelnen Gewerke ausschreiben. Dies wird vermutlich im Juni der Fall sein, sofern der Fördergeldgeber zustimmt. Da laut gesetzlicher Vorgabe Fristen zu wahren sind und die Prüfung und Bewertung der Angebote ebenfalls Zeit in Anspruch nimmt, können die weiteren Umbauarbeiten zum Jahresende beginnen. Frühestens Ende Februar 2022 ist das Stadion wieder für den Fußball nutzbar – und zwar zunächst nur ohne Zuschauer, also unter den derzeitigen Corona-Bedingungen. Ein Spielbetrieb mit Zuschauern soll ab April 2022 wieder möglich sein. Diesen Zeitplan hatte die Stadt Krefeld bereits im März 2021 im Zuge der Ratsentscheidung so kommuniziert.“

Die Stadionfrage ist aber nur ein kleiner Teil des eigentlichen Problems. Das viel größere ist, dass der KFC Uerdingen mit seinen zehn Mannschaften und 650 Mitgliedern kein Trainings- oder Vereinsgelände hat. Und es ist nicht einmal in Ansätzen erkennbar, dass sich dies in absehbarer Zeit ändern könnte. Dazu bräuchte es Mut und Willensstärke – es mangelt an beidem.