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3. Liga, KFC Uerdingen: Das Joker-Trio von Trainer Stefan Krämer sticht

Sieg für den KFC : Uerdinger Joker-Trio sticht

Die eingewechselten Peter van Ooijen und Kolja Pusch bereiten das Tor des Tages von Christian Kinsombi beim Sieg des KFC Uerdingen über den 1. FC Saarbrücken vor. Damit endet die schwarze Heimspiel-Serie.

Eigentlich hatten sich schon alle gedanklich mit der Punkteteilung angefreundet, als die Begegnung zwischen dem KFC Uerdingen und dem 1. FC Saarbrücken in die Nachspielzeit ging. Das torlose Remis war gerecht, obwohl die Gastgeber die besseren Chancen hatten und mit der Punkteteilung hätten auch alle gut leben können. Das taktische Konzept von Trainer Stefan Krämer war aufgegangen: Seine Mannschaft hatte nur wenig zugelassen, beim Pfostentreffer  von Sebastian Jacob das notwendige Quäntchen Glück gehabt, vorne einige Nadelstiche gesetzt und durchaus Chancen gehabt.

Zu Krämers taktischem Konzept gehörte aber auch, nach guter Defensivarbeit im zweiten Durchgang die Offensive zu verstärken. So brachte er nach einer Stunde Kolja Pusch und 20 Minuten vor Schluss Peter van Ooijen und Christian Kinsombi. Das Trio sorgte für den Schluss- und Höhepunkt der Partie: Der Niederländer van Ooijen, der nach zweimonatiger Verletzungspause sein Debüt im KFC-Trikot feierte, bewies in der Nachspielzeit im Mittelfeld Durchsetzungsvermögen und bediente Pusch, der einen Pressschlag gewann und dann hervorragend in den Strafraum flankte, wo Kinsombi stand, der den Ball mit dem rechten Fuß direkt nahm und ins Schwarze traf. Krämers Joker-Trio hatte gestochen.

So glücklich der Sieg auch war, was den Zeitpunkt betrifft – unverdient war er nicht. Bereits zuvor hatten die Uerdinger drei Mal den Torschrei auf den Lippen gehabt, als Mike Feigenspans abfgefälschter Schuss das Ziel ebenso nur um Zentimeter verfehlte wie ein Kopfball von Fridolin Wagner. Der war noch zwei weitere Male einem Treffer ganz nah: als ein Kopfball von ihm auf die Latte ging und ein weiterer von Torhüter Daniel Batz glänzend aus dem Winkel gefischt wurde. All das trug dazu bei, dass der Sieg nicht unverdient war.

Und dann passierte etwas nach dem Schlusspfiff, was es schon sehr lange nicht mehr gegeben hatte: Die Uerdinger Spieler bildeten einen Kreis und feierten gemeinsam den Sieg. „Da hat man gesehen, wie sehr sich die Mannschaft über den Sieg gefreut und und welche Last von ihr abgefallen ist“, sagte Trainer Stefan Krämer, der das sicherlich gut nachempfinden konnte, weil es ihm ähnlich erging. Schließlich hatte Krämer noch keinen Heimsieg mit dem KFC in der Düsseldorfer Merkur Spiel-Arena gefeiert. Im zehnten Versuch hat es endlich geklappt. Krämer ordnete ihn entsprechend ein: „Der zweite Sieg in Folge ist für die junge, neue Mannschaft sehr, sehr wichtig.“ Und der Befreiungsschlag wirkte auch am Sonntag noch nach.

Beim Training herrschte eine äußerst gelöste, gute Stimmung. So gut, dass auch kräftig gefrotzelt wurde. „Da hast du ja einen schönen Zitterfuß gehabt, als die Flanke kam“, wurde Christian Kinsombi gefoppt. Der Torschütze grinste nur und nahm es gelassen. Tatsächlich hatte er den Ball mutig, mit vollem Risiko, direkt genommen und endlich mal Torjägerqualitäten bewiesen. Damit hatte in dem Moment kaum einer gerechnet. Ein ziemlich überraschender Sch(l)uss.