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3. Liga: KFC Uerdingen beendet bei Türkgücü München seine schwarze Serie

2:0-Sieg bei Türkgücü München : KFC Uerdingen sammelt im Abstiegskampf wichtige Punkte

Der KFC Uerdingen beendet seine schwarze Serie und meldet sich im Kampf um den Klassenerhalt zurück. Gustav Marcussen und Kolja Pusch sorgen mit ihren Toren für einen 2:0-Sieg bei Türkgücü München.

Der KFC Uerdingen stand gehörig unter Druck. Nach drei Niederlagen in Folge und nur einem Punkt aus den zurückliegenden vier Begegnungen mussten die Blau-Roten bei Türkgücü München unbedingt punkten, um ihre Chance auf den Klassenerhalt zu wahren. Die Mannschaft von Interimstrainer Stefan Reisinger kam mit der Situation gut klar und gewann verdient mit 2:0 (0:0).

Nach der blamablen Vorstellung beim 0:3 in Verl hatte Interimstrainer Stefan Reisinger angekündigt, dass er die Lehren aus der Begegnung ziehen und natürlich etwas verändern werde. Personell hatte er nicht allzu viele Möglichkeiten, denn aufgrund der Ausfälle von Adriano Grimaldi (Covid-19), Tim Albutat (Kreuzbandriss), Christian Kinsombi (Muskelfaserriss) und Omar Haktab Traoré (gesperrt) standen ihm nur noch 15 Feldspieler und zwei Torhüter zur Verfügung.

Trotzdem gab es in der Anfangsformation vier Veränderungen: für Torhüter Lukas Königshofer stand Hidde Jurjus zwischen den Pfosten, für den verletzten Albutat kam der wieder genesene Gino Fechner in die Elf, für Mike Feigenspan kam Fridolin Wagner und für Peter van Ooijen Kolja Pusch.

Vor Spielbeginn drängte sich die Frage auf: Würde die wenig schöne, dafür aber umso lautere Musik, die vor dem Spiel im Olympiastadion lief, Christian Dorda, der in den zurückliegenden vier Begegnungen jeweils die Anfangsphase verschlafen hatte, und seine Mitspieler wecken oder würde sie ihnen die notwendige Konzentration rauben?

Der KFC war von Beginn an im Spiel und hätte zur Pause bei einem Chancenverhältnis von 4:1 führen müssen. Doch einmal mehr wurde deutlich, wie schwach die Uerdinger im Abschluss sind. Dass Fridolin Wagner den Kopfball über das Tor setzte, war ärgerlich, wie Muhammed Kiprit allein vor und an Torhüter René Vollath scheiterte fahrlässig. Das schadete seinem Selbstbewusstsein so sehr, dass er wenig später den Ball noch einmal quer legen wollte, anstatt selbst den Führungstreffer zu markieren. Und Kolja Pusch hätte die Gastgeber um ein Haar zu einem Eigentor gezwungen. Die Münchner kamen lediglich zu einem Kopfball, den Nico Gorzel über den Kasten setzte. So ging es torlos in die Pause – eigentlich zu wenig für den KFC.

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  Acht Minuten lang kamen die Uerdinger nach Wiederbeginn kaum aus der eigenen Hälfte, doch dann nutzten sie einen Konter zur Führung. Gustav Marcussen fasste sich aus 18 Metern ein Herz und traf flach genau ins Eck, wo der Ball noch den Innenpfosten berührte. Da konnte sich Vollath strecken, wie er wollte, der Ball ging zu seinem Leidwesen ins Netz. Investor Roman Gevorkyan und seine Mitarbeiter sprangen derweil begeistert auf und applaudierten: Sie sind nach nur wenigen Wochen mit Herzblut dabei und hoffen auf den Klassenerhalt.

Natürlich musste Türkgücü nun kommen, doch die Gäste gestatteten ihnen keine einzige gefährliche Chance. Vielmehr lauerten sie auf den vorentscheidenden Konter. Den benötigten sie jedoch gar nicht, sondern lediglich einen weiteren beherzten Distanzschuss. Kolja Pusch sorgte in der 68. Minute mit seinem zweiten Saisontor für den Zwei-Tore-Vorsprung. Anschließend brachte der KFC den Erfolg sicher über die Zeit. 

 Der Sieg der Uerdinger war verdient, weil sie die besseren Chancen hatten und in der Abwehr kaum etwas zuließen. Sie präsentierten sich trotz der schwarzen Serie zuvor nicht verunsichert, sondern kämpferisch und mit fortschreitender Spieldauer immer sicherer. 

Das nächste Spiel bestreitet der KFC am 1. Mai gegen Dynamo Dresden in Lotte.

Türkgücü: Vollath - Kilian Fischer (82. Sorge), Kusic, Awoudja, Jakob - Erhardt (60. Tosun), Gorzel (46. Berzel) - Kircicek (46. Niemann), Sebastian Maier, Sijaric - Lucas Röser (60. Petar Sliskovic). - Trainer: Dayat

Uerdingen: Jurjus - Göbel, Lukimya, Girdvainis, Dorda (80. Leon Schneider) - Fechner (80. van Ooijen) - Marcussen (57. Feigenspan), Fridolin Wagner (88. Kobiljar), Gnaase, Pusch - Kiprit (57. Anapak-Baka). - Trainer: Reisinger

Schiedsrichter: Tobias Reichel (Stuttgart)

Tore: 0:1 Marcussen (51.), 0:2 Pusch (68.)

Zuschauer: keine

Gelbe Karten: Sijaric, Sebastian Maier