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Trendwende beim KFC Uerdingen : Jurjus und Göbel tragen zum Umschwung bei

Seitdem der Torhüter und der Verteidiger im Trikot des KFC Uerdingen debütiert haben, läuft es bei dem Fußball-Drittligisten. Zwei Siege ohne Gegentor sorgen für gute Stimmung bei den Blau-Roten.

Torhüter sind unberechenbar. Das sind andere Spieler vielleicht manchmal auch, aber es hat nicht immer gravierende Folgen. Bei Torhütern ist das anders. Auf sie müssen sich der Trainer und die Mitspieler hundertprozentig verlassen können. Deshalb genießen sie auf der anderen Seite sehr großes Vertrauen. Ein Torhüter wird nur selten gewechselt, während der 90 Minuten meist nur, wenn er verletzt wird.

De KFC Uerdingen hat in den vergangenen Monaten seine eigene Torhüter-Geschichte erlebt. Sie begann vor einem Jahr, wo sich die Blau-Roten entschieden, der damaligen Nummer eins den Laufpass zu geben: René Vollath sollte sich einen neuen Verein suchen. Die Entscheidung war durchaus nachvollziehbar, denn Vollath hatte den einen oder anderen Treffer auf seine Kappe nehmen müssen.

Der damalige Trainer Heiko Vogel setzte auf Lukas Königshofer. Der Österreicher kam von der Spielvereinigung Unterhaching und wollte anstatt der familiären Atmosphäre, in der sich alle lieb haben, endlich zum sportlichen Erfolg beitragen, auch wenn es dazu manchmal der Reibung bedarf, die die notwendige Energie erzeugt. Königshofer spielte und Vollath, der keinen ähnlich attraktiven Verein gefunden hatte, der ihn auch nur annähernd entlohnt, saß auf der Tribüne. Das änderte sich am Saisonende, als Königshofer verletzt ausfiel. Vollath wartete mit sehr starken Leistungen auf und wollte um einen neuen Vertrag kämpfen, doch die Tür des KFC blieb für ihn verschlossen. Er fand aber im Aufsteiger Türkgücü München einen neuen Arbeitgeber, der auch sehr gut zahlt.

Der KFC brauchte einen neuen Keeper und holte Hidde Jurjus. Dem 26 Jahre alte Schlussmann wurde in den Niederlanden, wo er beim PSV Eindhoven unter Vertrag stand, großes Talent bescheinigt, doch durfte er es nur selten zeigen. Jurjus ereilte das Schicksal so manchen Torhüter-Talents zwischen den Pfosten: er stand bei einem international renommierten Klub unter Vertrag, hatte aber stets einen Top-Keeper vor sich und saß daher auf der Bank oder wurde ausgeliehen. Aber auch Talente müssen spielen, um sich weiter zu entwickeln.

Im Sommer wechselte Jurjus zum KFC in die Dritte Liga. „Das ist gut für mich“, sagte er im Trainingslager im Sommer. „Denn hier ist der Plan, dass ich spiele.“ Es war sein Plan, aber der wurde zunächst einmal durchkreuzt. Jurjus war nicht fit, hatte zwei, drei Kilos zu viel, ihm fehlte nicht nur die Spielpraxis, sondern auch die Trainingsarbeit – das Corona-Virus hatte ihn nicht infiziert, aber getroffen.

Königshofer war beim Saisonauftakt wieder die Nummer eins, doch es lief nicht rund: Aus sechs Spielen nur fünf Punkte und zehn Gegentore sorgten für die erste Krisensitzung. Präsident Mikhail Ponomarev stärkte Trainer Stefan Krämer den Rücken und der griff radikal durch. Beim nächsten Spiel stand sieben neue Spieler auf dem Platz, darunter auch zwei Debütanten im KFC-Trikot: Torhüter Hidde Jurjus und Verteidiger Patrick Göbel. Dem 2:0-Sieg beim MSV Duisburg folgte mit der gleichen Formation ein 1:0 gegen Spitzenreiter 1. FC Saarbrücken. Beide haben ihren Teil dazu beigetragen. Jurjus strahlt dank seiner fußballerischen Qualität Sicherheit aus, weil seine Mitspieler auch einen Rückpass bei ihm am sicheren Fuß wissen. Göbel hat die rechte Seite defensiv gut dicht gemacht und sorgt mit seinen Standards offensiv für Gefahr.

„Hidde war zu Saisionbeginn noch nicht topfit“, sagt Krämer. „Er hat aber hart gearbeitet und sich den Einsatz verdient. Und Patrick ist ein gestandener Drittligaspieler, seine Leistung überrascht mich nicht.“