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3. Liga: FC Bayern München II gibt dem KFC Uerdingen Rätsel auf

Vor Drittliga-Duell : FC Bayern München II gibt dem KFC Uerdingen Rätsel auf

Nicht nur die Ergebnisse und die neuformierte Mannschaft des Drittliga-Meisters sind schwer einzuordnen, aufgrund der Länderspielpause ist völlig ungewiss, mit welchem Personal die Münchner anreisen.

Trainer Stefan Krämer hat sich in den vergangenen Tagen extrem wenig mit dem FC Bayern München II beschäftigt. Das ist aber nicht etwa ein Zeichen der Geringschätzung, sondern eher der Wertschätzung. „Normalerweise beschäftigen wir uns im Vorfeld eines Spiels zu 70 Prozent mit unserer Mannschaft und zu 30 Prozent mit dem Gegner“, berichtet der Coach. „In den vergangenen Tagen haben wir uns aber zu 90 Prozent mit unserer Mannschaft beschäftigt und nur zu zehn Prozent mit den Bayern.“ Der Grund: Aufgrund der Länderspielpause ist noch ziemlich unklar, mit welchem Ensemble der Meister von der Isar anreist. „Wir wissen nicht genau, wen die Bayern für Länderspiele abgestellt haben und welchem Spieler sie aus dem Bundesligakader Spielpraxis gewähren möchten. Daher ist es extrem schwierig, sich auf den Gegner einzustellen.“

Wenngleich der Drittliga-Meister im Sommer einen großen personellen Umbruch zu verzeichnen hatte, so ist das Team mit Talenten gespickt. Allein der Wert der drei Stürmer wird von Transfermarkt mit 5,3 Millionen Euro beziffert: Leon Dajaku (2,3 Millionen Euro), Fiete Arp (2,0) und Nicolas Kühn (1,0). Und auch die Einsätze der jetzt noch verpflichteten Remy Vita aus Frankreich und Tiago Dantas von Benfica Lissabon sind nicht ausgeschlossen.

Dass Krämer etwas mehr Zeit hatte, um sich mit seinem Kader zu beschäftigen, hat aber auch sein Gutes. Er wurde jetzt noch mit Patrick Göbel ergänzt. „Ihn kenne ich lange“, sagt Krämer. „Wir sind uns in der 3. Liga schätzungsweise zehn Mal begegnet und er war immer ein unangenehmer Gegner.“ Der 27-Jährige hat bereits 169 Drittligaspiele bestritten.

Seine Verpflichtung kam aufgrund der Verletzungsmisere zustande. Der Niederländer Peter van Ooijen (Muskelriss) und Haktab Omar Traore (Syndesmoseriss im Sprunggelenk) werden in diesem Jahr nicht mehr spielen können. „Frühestens Mitte November könnten sie wieder mit dem Training beginnen und dann brauchen sie sechs Wochen, um wieder einsatzbereit zu sein.“ Zudem fallen weiterhin Kapitän Assani Lukimya (Außenbandriss), Jan Kirchhoff (Muskelbündelriss) und Osayamen Osawe (Muskelfaserriss) aus; zudem wurde Edvinas Girdvainis für Litauens Nationalmannschaft abgestellt.

Der in der vergangenen Woche gesperrte Dave Gnaase ist wieder spielberechtigt und wird ins Team zurückkehren. Auch die beiden Stürmer Muhammed Kiprit und Adriano Grimaldi, die in Rostock aus taktischen Gründen nicht zum Einsatz kamen, bieten sich als Alternativen an. Grimaldi könnte nach fast zweijähriger Verletzungspause zumindest eine Halbzeit lang wieder Spielpraxis sammeln. „Wir haben in Rostock zu Null gespielt, jetzt wollen wir das Heimspiel mit aller Macht gewinnen“, sagt Krämer.