100 Jahre Schiedsrichter-Vereinigung

Fußball: 100 Jahre Schiedsrichter-Vereinigung

Bei der Jubiläums-Veranstaltung in Grefrath ragte die Ehrung für den 84-hährigen Herbert Küppers heraus.

Die Schiedsrichtervereinigung des Fußballkreises Kempen-Krefeld feierte am Sonntag ihr 100-jähriges Bestehen auf dem Lenkeshof in Grefrath. Beim offiziellen Teil am Vormittag sorgte der Shanty Chor aus Süchteln für den musikalischen Rahmen. Am Nachmittag trafen sich die „Schwarzkittel“ samt Partnerinnen und Partner zu einem gemütlichen Beisammensein.

Kreisschiedsrichterobmann Werner Gatz (Nettetal-Breyell), der dieses Amt seit 24 Jahren inne hat, freute sich, dass fast alle KSO Kollegen der 13 Fußballkreise am Niederrhein seiner Einladung gefolgt waren. Besonders stolz war er, dass auch der Vorsitzende des Fußballverbandes Niederrhein und Vizepräsident des DFB, Peter Frymuth, gekommen war. „In 25 Jahren wollen wir wieder feiern, aber dann werde ich wie auch einige andere nicht mehr hier sein können“, sagte Gatz, der im Dezember sein 70. Lebensjahr vollendet. Er plant übrigens für 2019 seinen Abschied nach 25-jähriger Tätigkeit als KSO. Sein designierter Nachfolger steht mit dem 52-jährigen Andreas Kotira (SV St. Tönis) bereits in den Startlöchern.

Als erster Gastredner trat DFB-Vize Frymuth ans Mikrofon: „Im gesamten DFB gehen zu viele Schiedsrichter, unser Ziel muss es sein, sie zu halten. Dafür müssen wir weiter die Gewalt auf den Sportplätzen bekämpfen. Wir müssen diese Vorfälle reduzieren, aber nicht nur auf dem Fußballplatz, sondern auch in Schulen und an anderen öffentlichen Einrichtungen“, sagte der zweite Mann des DFB-Präsidiums. Im hiesigen Fußballkreis gab es im Jahr 1995 noch 378 aktive Schiedsrichter, heute sind es nur noch 255 und drei Schiedsrichterinnen. „Ich wünsche mir zum Geburtstag der Schiedsrichtervereinigung, dass jeder Kreisverein im kommenden Jahr einen neuen Schiedsrichter stellt, dann wären wir aus dem Schneider“, sagte Gatz.

Der Kreisvorsitzende Willi Wittmann, der kürzlich mit der höchsten Ehrung für Sportler und Funktionäre, der Sportplakette NRW, ausgezeichnet wurde, bedankte sich bei den Kreisvereinen für die Unterstützung der Schiedsrichtervereinigung. Der Vorsitzende des SSV Grefrath Bernhard Lommetz richtete Grußworte der Vereine und sagte: „Ich bewundere die Schiedsrichter in den unteren Amateurklassen, sie stehen bei Wind und Wetter auf dem Platz und stehen der gesamten „Meute“ ohne technische Hilfsmittel gegenüber.“

Die üblichen Ehrungen für verdiente Schiedsrichter nahmen Klaus Plettenberg (Essen) und Ralf van Hof (Kleve) vom Verbandschiedsrichterausschuss vor. Vier Schiedsrichter feierten 10-Jähriges, sechs Kameraden sind 15 Jahre dabei, jeweils zwei feierten 25 bzw. 30-Jähriges. Für 40 Jahre Tätigkeit an der Pfeife wurden Friedhelm Köster (SV Vorst) und Josef Pascher (Fortuna Dilkrath) geehrt und für 50 Jahre Werner Gatz und Josef Gollers (Union Nettetal).

Der älteste noch aktive Schiedsrichter im Kreis ist Herbert Küppers (SV St. Tönis) mit 84 Jahren. Küppers ist seit 1956 Schiri und sagt. „Ich war damals Jugendbetreuer und musste dafür einen Schiedsrichterschein machen, danach habe ich mich ganz auf das Schiedsrichterwesen konzentriert. Es macht mir nach wie vor Spaß, Spiele zu leiten, deshalb mache ich so lange weiter wie es meine Gesundheit zulässt.“

Ranghöchster Schiedsrichter im Kreis ist Tim Pelzer (Teutonia St. Tönis), er leitet Spiele bis zur Regionalliga. Bei den Schiedsrichterinnen ragt im Kreis Isabel Steinke (SV St. Tönis) heraus. Sie ist in der zweiten Damenbundesliga unterwegs und wird in der neuen Saison auch die Herren in der Oberliga nach ihrer Pfeife tanzen lassen.

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