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1. FC Magdeburg gegen KFC Uerdingen: Äußerst pikantes Wiedersehen zwischen Pele Wollitz und Stefan Krämer

Äußerst pikantes Wiedersehen : Reizfigur Wollitz gibt sich so manche Blöße

Wenn am Freitag Fußball-Drittligist 1. FC Magdeburg und der KFC Uerdingen aufeinandertreffen, geht es um drei Punkte und einiges mehr. Denn Trainer Pele Wollitz hat zuletzt nicht immer glücklich agiert.

Sein Spitzname ist vielen geläufiger als sein Vorname: Wollitz heißt mit Vornamen Claus-Dieter, genannt Pele. Den klangvollen Beinamen verdankt er aber nicht etwa einem Trainer, der ihn auf diese Weise geadelt hat, oder Anhängern, die ihn für seine Spielweise rühmten, sondern er bekam ihn eigenen Angaben zufolge bereits mit fünf Jahren.

Wollitz war ein guter Bundesliga- (64 Einsätze) und noch besserer Zweitligaspieler (315). Mit Wolfsburg stand er 1995 im Pokalfinale, das er im Jahr darauf mit dem 1. FC Kaiserslautern gewann, aber auch aus der Bundesliga abstieg. 1996 wechselte er für zwei Jahre zum KFC Uerdingen, wo er sich zu einem der besten Zweitligaspieler entwickelte. Die Blau-Roten waren 2002 auch seine erste Trainerstation.

Wollitz’ Erscheinungsbild hat zuletzt arg gelitten. Dazu trug der für sein überaus emotionales, teils cholerisches Verhalten bekannte Coach in den zurückliegenden 15 Monaten gleich drei Mal bei. Zunächst sorgte er Anfang Mai 2019 für einen Eklat, als er nach dem Gastspiel mit Cottbus die Pressekonferenz boykottierte, weil KFC-Präsident Mikhail Ponomarev den zuvor gefeuerten Norbert Meier als schlechtesten Trainer bezeichnet hatte.

Die von Wollitz eindrucksvoll demonstrierte Solidarität muss jedoch seit dem Jahresende hinterfragt werden. Am 20. Dezember warf er in Cottbus die Brocken hin. Das Vertrauen in seine Person habe gefehlt, seine Entscheidung sei alternativlos. Dass sich der 1. FC Magdeburg nur 48 Stunden später von Trainer Stefan Krämer trennte und Wollitz als Nachfolger präsentierte, hat mehr als nur einen faden Beigeschmack. Der Gedanke, dass die Telefondrähte zwischen Wollitz und Magdeburg in den Tagen zuvor glühten und es mit der Solidarität nicht allzu weit her ist, drängt sich geradezu auf.

Schließlich die Vehemenz, mit der sich der 1. FCM in den zurückliegenden Wochen gegen die Fortsetzung der Saison sträubte. Ob der Protest ohne den leidenschaftlichen Trainer auch derart heftig ausgefallen wäre, darf stark bezweifelt werden.