KFC Uerdingen: 0:7 - KFC wird zur Schießbude der Liga

KFC Uerdingen: 0:7 - KFC wird zur Schießbude der Liga

Mit der höchsten Heimniederlage der Vereinsgeschichte hat der KFC Uerdingen in acht Spielen 24 Gegentore kassiert - so viele wie keiner in der Liga. Dabei hatte Trainer Eric van der Luer am Freitag sogar den Torwart gewechselt.

Das war ein Debakel allererster Güte, das der KFC am Freitagabend erlebte. 0:7 (0:1) verlor er sein Heimspiel gegen Spitzenreiter Sportfreunde Lotte. 45 Minuten hielt er gegen den Spitzenreiter noch einigermaßen mit, dann zeigte das Team kein Regionalligaformat mehr und ließ sich wie eine Schülermannschaft ausspielen.

Auch wenn er sich unter der Woche bereits abzeichnete: Der Tor-wartwechsel, den KFC-Trainer Eric van der Luer vornahm, überraschte dann doch den ein oder anderen der 1811 Zuschauer, die gestern in der Grotenburg waren. Für Sascha Samulewicz kam Volkan Ünlü zu sei-nem ersten Regionalligaeinsatz. Der Aufstiegstorwart saß sogar nur auf der Tribüne, denn am Freitagnachmittag war noch die Spielberechtigung für den neuen Torhüter Robin Udegbe eingetroffen. Der saß auf der Auswechselbank, und da der deutsch-nigerianische Spieler noch keine 23 Jahre alt ist, zudem für eine deutsche Auswahlmannschaft spielberechtigt wäre, vergrößerte sein Einsatz als Reservetorhüter die taktischen Variationsmöglichkeiten für Trainer van der Luer. Udegbe war einer der vier geforderten U-23-Akteure im gestrigen 18er-Kader.

Die Partie begann mit einer Schrecksekunde für die Uerdinger, denn als Ünlü in der dritten Spiel-minute einen Freistoß von Amir Shapourzadeh zur Ecke abwehrte, prallte er mit dem Kopf gegen den Pfosten. Nach einer kurzen Behandlung spielte er weiter. In der Folge agierten die als Spitzenreiter angereisten Gäste aus Lotte sehr selbstbewusst, wussten die Uerdinger Abwehr mit ihren durchdacht vorgetragenen Angriffsaktionen durchaus zu beschäftigen. Nach 20 Minuten konnten die Uerdinger sich von diesem Druck befreien und trugen ihrerseits gute Angriffsaktionen vor. Besonders die schnellen Antritte von Moses Lamidi wussten dabei zu gefallen. Als alle schon mit dem 0:0- Pausenstand gerechnet hatten, ging der Spitzenreiter in der 42. Minute in Führung. Eine Flanke von Henning Grineisen verlängerte Kevin Freiberger zu Aleksandar Kotuljac, der den Ball aus zwei Metern nur noch über die Linie drücken musste. Vergeblich reklamierten die Uerdinger die vermeintliche Abseitsstellung des Torschützen.

Direkt nach Wiederanpfiff hatte Lamidi den Ausgleich auf dem Fuß, doch sein Schuss von der Straf-raumgrenze strich knapp über die Querlatte (47.). In der 51. Minute verlor Musa Celik im Spielaufbau den Ball. Gegen die bereits aufgerückte Abwehr flankte Shapourzadeh ungehindert, und genauso ungehindert drückte Kotuljac am langen Pfosten den Ball mit dem Kopf über die Linie (51.). Es folgten rabenschwarze vier Minuten, in denen sich die Uerdinger Abwehr zweimal schulbuchmäßig auskontern ließ. Kevin Freiberger und Shapourzadeh trafen zum 0:3 und 0:4.

Vn der Luer reagierte und brachte mit Lance Voorjans und Meik Kuta zwei neue Offensivkräfte. Die Tore aber fielen weiterhin auf der Gegenseite. Der Spitzenreiter spielte weiter Fußball, der KFC kam zumeist einen Schritt zu spät, und Shapourzadeh und die eingewechselten Montabell und Fabian Ernst erhöhten auf 0:7. Die höchste Heimniederlage der Vereinsgeschichte war perfekt. Buhrufe und Schmähgesänge begleiteten das Team in die Kabine.

(RP)