Rekord-Nationalspieler: Sergio Ramos zieht mit Cassillas gleich

Länderspiele für Spanien : Sergio Ramos zieht mit Iker Cassillas gleich

Spaniens Kapitän Sergio Ramos hatte am Sonntagabend doppelten Grund zur Freude: Zum einen hat er das EM-Ticket mit seinem Team praktisch in der Tasche. Zum anderen stieg der extrovertierte Abwehrchef zum Rekord-Nationalspieler von La Roja auf.

Nein, schlafen konnte Sergio Ramos in der Nacht zu Montag nicht. Zu aufwühlend, zu nervenaufreibend war das Match im Arthur-Ashe-Stadium von Flushing Meadows. Anstatt sein eigenes Rekordspiel zu feiern, fieberte der Kapitän von La Roja via iPad mit seinem Landsmann, Tennisidol Rafael Nadal. "The greatest", twitterte Ramos über Nadal, als jener nach fast fünf Stunden das Finale der US Open und damit seinen 19. Grand-Slam-Titel gewonnen hatte.

Der Größte - Worte, die auch nach der Partie der spanischen Fußballer gegen die Färöer immer wieder zu vernehmen waren. Und zwar über Sergio Ramos. Beim lockeren 4:0-Erfolg, der den Iberern am Sonntagabend praktisch das EM-Ticket sicherte, zog der streitbare Abwehrchef mit Iker Casillas gleich und stieg mit seinem 167. Länderspiel zum Rekord-Nationalspieler seines Landes auf.

"Herzlichen Glückwunsch, mein Freund", gratulierte Ex-Nationalkeeper Casillas: "Ich hoffe, es werden noch viele Spiele hinzukommen." Genau neun Einsätze fehlen noch bis zum Europarekord von Italiens Torhüter-Legende Gianluigi Buffon, 17 bis zum Weltrekord von Ägyptens Ahmed Hassan. Und dass Ramos, trotz bereits 14 Jahren in der Nationalmannschaft erst 33 Jahre alt, diese Bestmarken erreichen wird, steht für viele außer Zweifel.

Der Sonntagabend bedeutete für Ramos den nächsten Höhepunkt einer emotionsgeladenen Karriere. In seinen 14 Jahren bei Real Madrid und in der Nationalmannschaft sammelte der Weltmeister von 2010 und Europameister von 2008 und 2012 Titel en masse und wurde zu einem der weltbesten Innenverteidiger - er galt und gilt aufgrund seiner beinharten Spielweise und der provokanten Art auf und abseits des Feldes aber auch stets als Reizfigur.

Das wurde auch am Sonntag offenbar, als der dänische Färöer-Trainer Lars Olsen um einen Kommentar zu Ramos gebeten wurde. "Ich bewundere ihn", versicherte Olsen, "aber manchmal ist sein Stil zu brutal. Er könnte einige Rote Karten, die er sieht, vermeiden." 20-mal schon flog Ramos in der Primera Division vom Platz, 145-mal sah er Gelb - auch das ist ein, wenn auch unrühmlicher, Rekord im spanischen Fußball.

Die Geschichte seines bewegten Lebens trägt Sergio Ramos übrigens unter der Haut. Wenn den extrovertierten Kapitän der spanischen Fußball-Nationalmannschaft etwas besonders bewegt, ruft er seinen Kumpel Rodrigo Galvez an. Und die Tattoonadel brummt. Der muskulöse Körper des 33-Jährigen ist übersät von Andenken an seine Heimat Sevilla und Liebesbotschaften an die Familie. Und er erzählt von einer außerordentlichen Karriere.

Gut möglich, dass nach seiner neuen Bestmarke am Sonntag ein weiteres kleines Kunstwerk hinzukommt.

SID cs rd er

(lt/sid)
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