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Razzia beim FC Barcelona - Polizei nimmt offenbar ehemaligen Präsidenten Josep Maria Bartomeu fest

Unruhe beim spanischen Topklub : Razzia und Festnahmen beim FC Barcelona

Nach einer Razzia in den Büroräumen des FC Barcelona hat es mehrere vorläufige Festnahmen gegeben. Auch Ex-Präsident Bartomeu soll inhaftiert worden sein. Sechs Tage vor der Präsidentenwahl herrscht bei den Katalanen Chaos.

Nach monatelanger Unruhe versinkt der ruhmreiche FC Barcelona endgültig im Chaos: Sechs Tage vor der Präsidentschaftswahl hat es beim Klub um Superstar Lionel Messi und Nationaltorhüter Marc-Andre ter Stegen bei einer Razzia mehrere vorläufige Festnahmen gegeben. Dies bestätigte ein Sprecher der katalanischen Regionalpolizei am Montag der Nachrichtenagentur AFP, ohne jedoch Namen zu nennen.

<aside class="park-embed-html"> <blockquote class="twitter-tweet"><p lang="de" dir="ltr">Festnahmen beim FC Barcelona! Wie spanische Medien berichten, hat die Polizei den ehemaligen <a href="https://twitter.com/hashtag/Bar%C3%A7a?src=hash&amp;ref_src=twsrc%5Etfw">#Barça</a>-Präsident Bartomeu, seinen Berater, den aktuellen Geschäftsführer und den Leiter der Rechtsabteilung festgenommen. Die Räume des Klubs wurden durchsucht. <a href="https://t.co/irjubyiSUX">pic.twitter.com/irjubyiSUX</a></p>&mdash; Deutschlandfunk Sport (@DLF_Sport) <a href="https://twitter.com/DLF_Sport/status/1366362033097224192?ref_src=twsrc%5Etfw">March 1, 2021</a></blockquote> <script async src="https://platform.twitter.com/widgets.js" charset="utf-8"></script> </aside>
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Beamte der Abteilung für Finanzkriminalität waren für die Operation in den Büroräumen des Camp Nou verantwortlich, hieß es weiter. Dem spanischen Radiosender Cadena Ser zufolge war einer der Festgenommenen Barcas Ex-Präsident Josep Maria Bartomeu, der im Oktober zurückgetreten war. Auch Geschäftsführer Oscar Grau und Roman Gomez Ponti, Leiter der Rechtsabteilung, sollen abgeführt worden sein. Das Chaos kommt zur Unzeit, steht doch am Sonntag die Wahl des neuen Präsidenten an.

Der Klub sagte den Behörden in einem Statement die volle Zusammenarbeit zu, verwies aber auch auf die Unschuldsvermutung bei allen Betroffenen. Namen nannte auch Barca in der Mitteilung nicht.

Laut spanischen Medienberichten hängt die Razzia mit der "BarcaGate"-Affäre aus dem vergangenen Jahr zusammen. Vereinsfunktionäre sollen dabei eine Firma beauftragt haben, um in den Sozialen Netzwerken unter anderem frühere und aktuelle Spieler zu diffamieren, die sich kritisch zum damaligen Präsidenten Bartomeu geäußert hatten. Barca soll dafür eine Million Euro bezahlt haben.

Es war nur eine von vielen Negativschlagzeilen aus dem Umfeld des 26-maligen spanischen Meisters in den zurückliegenden Monaten. Im vergangenen Sommer hatte ein Machtkampf zwischen Starspieler Messi und Bartomeu die katalanische Metropole in Atem gehalten. Während Messi seinen bereits angedrohten Abgang schließlich nicht wahr machte, trat Bartomeu wie auch der Rest des Vorstands zurück.

Was blieb, ist eine katastrophale Finanzlage. Der Schuldenberg beträgt über eine Milliarde Euro, laut eines Wirtschaftsberichts des Klubs von Ende Januar liegen die kurzfristigen Verbindlichkeiten bei 730,6 Millionen Euro. Ein geleaktes Vertragspapier von Messi, der zwischen 2017 und 2021 insgesamt über 500 Millionen Euro kassieren soll, sorgte für zusätzliche Unruhe.

Dabei wären die Katalanen schon mit ihrer sportlichen Schieflage beschäftigt genug, hinken sie doch ihren großen Ansprüchen hinterher. In der Champions League steht Barcelona vor dem frühesten Aus seit 14 Jahren, im Achtelfinal-Hinspiel gegen Paris St. Germain setzte es eine 1:4-Klatsche. Und auch in der heimischen Liga beträgt der Rückstand auf Spitzenreiter Atletico Madrid trotz eines Spiels mehr schon fünf Punkte.

(old/sid/dpa)