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Kommentar zum FC Barcelona: Kinderhändler als Unicef-Partner

Kommentar zu Barcas Transferverbot : Kinderhändler als Unicef-Partner

Dass die Fifa einen Verein wegen Kinderhandels hart bestraft, ist sehr bemerkenswert. Dass es sich beim bestraften Klub um den FC Barcelona handelt, ist sogar ganz besonders bemerkenswert.

Denn die Katalanen betonen in ihrem offiziellen Slogan, dass sie "mehr als ein Klub" sind und die ganze Region repräsentieren. Sie veröffentlichen einen seitenlangen Ethik-Code und spielen sich gern als Weltverbesserer auf.

Dazu passt, dass der Verein von 2006 bis 2011 eine viel besungene Kooperation mit Unicef, dem Kinderhilfswerk der Vereinten Nationen, pflegte. Der angeblich so honorige FC Barcelona bekam kein Geld für den Schriftzug der Organisation auf seinen Trikots.

Im Gegenteil: Er zahlte dem Vernehmen nach 1,5 Millionen Euro jährlich an Unicef — und pflegte damit sein Saubermann-Image. Heute wirbt Barca übrigens für den Staat Katar, in dem es um die Menschenrechte nicht zum Besten bestellt ist, wenn man es zurückhaltend ausdrücken will. Aber das ist ein anderes Kapitel.

In die Zeit der Partnerschaft mit Unicef fällt ein Teil der Fälle, die die Fifa jetzt ahndete. Der Kampf gegen den weltweiten Kinderhandel gehört zu den wichtigsten Themen des Hilfswerks. Grundsatz: "Jedes Kind auf der Welt hat das Recht auf eine Kindheit — wir sind dafür da, dass aus diesem Recht Wirklichkeit wird." Der FC Barcelona und Unicef — im Rückblick eine bemerkenswerte Verbindung.