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Die Zukunft von Marc-André ter Stegen liegt beim FC Barcelona

Harte Strafe gegen den FC Barcelona : Fifa-Urteil soll ter Stegens Wechsel nicht im Weg stehen

Der FC Barcelona darf wegen Verstößen gegen die Transferbestimmungen ein Jahr lang keine Spieler verpflichten. Das Urteil des Weltverbandes Fifa ließ auch das Umfeld von Borussia Mönchengladbach aufhorchen: Die Tinte unter dem Vertrag von Torwart Marc-André ter Stegen beim spanischen Meister soll jedoch längst getrocknet sein.

Die Fifa-Disziplinarkommission ahndete mit ihren Sanktionen Vergehen zwischen 2009 und 2013. In dieser Zeit habe Barcelona bei zehn Minderjährigen gegen die Bestimmungen verstoßen. Erst in jüngster Vergangenheit hatte Barca einen neunjährigen Schweden (Zico Marecaldi) und einen 17 Jahre alten Kroaten (Alen Halilovic) verpflichtet. Der Klub wie der spanische Verband RFEF erhielten zudem einen Fifa-Verweis.

Die Katalanen dürfen damit in den kommenden beiden Transferperioden (Sommer 2014, Winter 2014/15) keine Spieler verpflichtenm, lediglich verkaufen. Barcelona muss zudem 370.000 Euro Strafe zahlen. Der spanische Verband wurde ebenfalls bestraft und muss 410.000 Euro berappen.

Die Nachricht des Tages in der Sportwelt wurde in Zürich produziert, betraf Barcelona, schlug aber auch am Niederrhein ein. Nach Informationen unserer Redaktion hat Borussias Mönchengladbachs Torwart Marc-André ter Stegen jedoch bereits Anfang des Jahres einen Vertrag bei Barca unterschrieben. Ter Stegen wollte sich zu der Angelegenheit nicht äußern. Nach dem Training am Mittwoch sagte er: "Ich weiß davon nichts und ich werde auch nicht darüber reden, was ich im Sommer machen werde. Ich werde aber definitiv Gladbach verlassen."

Einen ähnlichen Tenor hatten zunächst die Aussagen Gerd vom Bruchs, der den 21-Jährigen berät. "Sie können definitiv davon ausgehen, ter Stegen wird nicht arbeitslos. Ich bin kein Jurist, die Frage ist, ob bereits geschlossene Verträge noch gültig sind oder unter das Transferverbot fallen", sagte vom Bruch. Diese Sorge nahm ihm die Fifa mit einer weitere Mitteilung. Was bereits unterschrieben ist, hat nach wie vor Gültigkeit.

Dass vom Bruch später gegenüber der "Sport Bild" etwas zurückruderte, darf also mit großer Wahrscheinlichkeit als Verbeugung vor dem FC Barcelona verstanden werden. "Stand jetzt ist — wenn ich die Mitteilung der Fifa richtig interpretiert habe — ein Transfer von Marc-Andre im Sommer zu Barcelona ausgeschlossen", sagte vom Bruch. Der Kontrakt ter Stegens bei der Borussia läuft bis 30. Juni 2015, im Schweizer Yann Sommer (FC Basel) hat der Klub bereits einen Nachfolger verpflichtet. Kaum vorstellbar, dass Sportdirektor Max Eberl und andere Entscheidungsträger die Suche nach einem neuem Stammkeeper abschließen würden, bevor der Transfer des alten gesichert ist.

  • Kommentar zu Barcas Transferverbot : Kinderhändler als Unicef-Partner
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  • Wortlaut : Die Fifa-Erklärung zum Transferverbot für den FC Barcelona

Das neue Kapitel passt bestens in die gesamte Geschichte zwischen ter Stegen und dem FC Barcelona. Zuerst hieß es, die Katalanen würden sich mit offiziellen Meldungen zurückhalten, bis ihr aktueller Torwart Victor Valdes einen neuen Verein gefunden hat. Vor eineinhalb Wichen hat sich Valdes das Kreuzband gerissen, eine Vertragsverlängerung steht wieder im Raum, um dem 32-Jährigen nach seiner Genesung die Rückkehr zu erleichtern. Und jetzt gibt es ein Urteil aus Zürich, das einen Fußballklub aus Barcelona betrifft und in Mönchengladbach Wellen schlägt.

(sid)