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Carlo Ancelotti schreibt mit der 35. Meisterschaft von Real Madrid Geschichte

„Carlo V., König von Europa“ : Ancelotti als Meister aller Klassen

Das ist vor ihm noch keinem Trainer gelungen: Meister in allen fünf Top-Ligen. Carlo Ancelotti schreibt mit der 35. Meisterschaft von Real Madrid Geschichte - und hat noch viel vor. Als nächstes wartet Manchester City in der Champions League.

Carlo Ancelotti hatte sich gerade zum Meister aller Klassen und „König von Europa“ gekrönt, da nahm er schon den nächsten großen Coup ins Visier. „Auf geht's gegen City! Auf geht's am Mittwoch!“, rief der Meistertrainer von Real Madrid den mehr als 150.000 feiernden Fans am Cibeles-Brunnen zu - und das Volk huldigte „Carlo V.“.

<aside class="park-embed-html"> <blockquote class="twitter-tweet"><p lang="en" dir="ltr">Carlo Ancelotti is the first manager ever to win all of Europe’s top five leagues.<br><br>Legend. 👑 <a href="https://t.co/Suf1B8J59Y">pic.twitter.com/Suf1B8J59Y</a></p>&mdash; B/R Football (@brfootball) <a href="https://twitter.com/brfootball/status/1520435663115595778?ref_src=twsrc%5Etfw">April 30, 2022</a></blockquote> <script async src="https://platform.twitter.com/widgets.js" charset="utf-8"></script> </aside>
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Ancelotti ist der erste Trainer, der in allen fünf großen europäischen Ligen den Titel holte - gewinnt er auch als erster zum vierten Mal die Champions League? „Warum nicht?“, sagte er und lächelte verschmitzt, „könnte doch sein.“

Für Real-Präsident Florentino Perez steht schon vor dem Halbfinal-Rückspiel gegen Manchester City am Mittwoch (21.00 Uhr/DAZN) fest: „Wir sehen uns in Paris!“ Im Finale am 28. Mai.

Ancelotti wird's schon richten. Die Zeitung AS wertete den Aufruf des Italieners an die Fans als „Kriegserklärung“ an Pep Guardiolas City und sah Ancelotti nach der 35. Meisterschaft der Königlichen „im Hooligan-Modus“.

Der 62-Jährige tanzte beschwingt auf dem Meister-Bus, er sang etwas schief mit dem Anhang und schämte sich seiner Freudentränen nicht. Schon sein Vater und Großvater seien nah am Wasser gebaut gewesen, berichtete er selig, „das sind die Gene“.

Der Mann mit der stets erhobenen linken Augenbraue scheint in Zeiten der Laptoptrainer und Taktiknerds aus der Zeit gefallen. Doch nach Meistertiteln mit dem AC Mailand (2004), dem FC Chelsea (2010), Paris St. Germain (2013) und dem FC Bayern (2017) machte der „Campeonisimo“ (AS) mit dem 4:0 (2:0) gegen Espanyol Barcelona sein persönliches „Quintuple“ perfekt.

Die Gazzetta dello Sport in seiner italienischen Heimat würdigte seinen „Grand Slam“, der Corriere della Sera erhob ihn zu „Carlo V., König von Europa“. Für La Repubblica steht fest: „Ancelotti V.“ ist „einer der größten Trainer der Fußballgeschichte“. Marca resümierte: „Carlo Ancelotti ist der Architekt dieses Titels.“

Der Fußballlehrer selbst wirkte sehr angefasst. „Das erfüllt mich mit Stolz“, sagte Ancelotti über den Titel, den er in seiner ersten Amtszeit bei Real (2015-17) verpasst hatte. Diese fünf Meisterschaften „bedeuten, dass ich ziemlich gut gearbeitet habe“, meinte er zufrieden, und: „Ich möchte weiterhin Titel mit Real Madrid gewinnen.“

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Der Schlüssel für seinen Erfolg liegt darin, dass er die Stars um Toni Kroos an der langen Leine und den Real-typischen „Heldenfußball“ ohne komplizierte taktische Mätzchen spielen lässt. Stürmerstar Karim Benzema erlebt unter ihm seinen dritten Frühling. „Der Ballon d'Or ist ihm nicht mehr zu nehmen“, glaubt Perez.

Am Mittwoch erwartet der Klubboss „eine magische Nacht“, die Stars stimmten sich mit dem Arbeiter-Schlachtruf „Si, se puede“ („Es ist möglich“) darauf ein, das 3:4 aus dem Hinspiel zu drehen. Und Ancelotti? „Ich habe sie herzlich beglückwünscht und gesagt: 'Wir sehen uns am Mittwoch!'“

(sid/old)