ADO Den Haag gegen Ajax Amsterdam: Antisemitische Beleidigungen vor Derby

Den Haag-Fans im Verdacht : Antisemitische Schmierereien vor Ajax-Derby

Vor dem Derby gegen Ajax, sollen Fans von ADO Den Haag in Amsterdam ein Gebäude mit antisemitischen Sprüchen besprüht haben. Der Verein und der jüdische Weltkongress verurteilten die Tat.

Das traditionell hitzige Duell zwischen ADO Den Haag und Ajax Amsterdam am Sonntag 812.15 Uhr) hat seine ersten unschönen Schlagzeilen geschrieben: Unbekannte haben Gebäude in Amsterdam mit Hakenkreuzen und antisemitischen Texten beschmiert. Möglicherweise stammen die am Freitag entdeckten Graffiti von Hooligans aus DenHaag. Oftmals wird Ajax Amsterdam als Club mit historischen Verbindungen zur jüdischen Gemeinde der Stadt dargestellt.

Zusätzlich zu den Graffiti wurde die Statue De Dokwerker mit grüner und gelber Farbe - den Farben von ADO - verunstaltet. Die Figur erinnert an den Februarstreik 1941, bei dem unter anderem gegen die Verhaftung von Juden in der Stadt durch die deutschen Besatzer demonstriert wurde.

Der Jüdische Weltkongress (WJC) verurteilte die Vorfälle am Freitag, das teilte die Organisation in New York mit. WJC-Präsident Robert Singer erklärte, jede Form von Hassrede sei inakzeptabel, "auch wenn sie eher in bloßer Ignoranz als in blindem Hass ausgeführt werde".

ADO Den Haag verurteilt Taten als „respektlos und traurig“

Nach den Worten Singers ist es umso beunruhigender, dass diese Tat offenbar von Fußballfans begangen wurde. Sie hätten die Kameradschaft als Geist des Sports aus den Augen verloren. "In ganz Europa erleben wir heute einen unvorstellbaren und besorgniserregenden Anstieg von Antisemitismus, Rassismus, Diskriminierung und Fremdenfeindlichkeit, der mit extremistischem Verhalten und Hooligentum daher kommt, und wir müssen diesbezüglich wachsam sein", warnte Singer.

Der WJC-Präsident begrüßte zugleich, dass der ADO Den Haag die Taten verurteilt habe. ADO-Geschäftsführer Mattijs Manders sagte: "Wir als Verein distanzieren uns ausdrücklich diesen unbegreiflichen Taten. Es ist respektlos und traurig."

Singer forderte die Vereinsführung dazu auf, die Anhänger zu bestrafen. Der Weltkongress seinerseits werde sich an den Club und die niederländische jüdische Gemeinde wenden, um Bildungsprojekte in dem Bereich voranzubringen. "Bildung ist der Schlüssel zur Beseitigung von Fremdenfeindlichkeit und Hass", betonte Singer.

Das Duell der beiden Vereine am Sonntag stand bereits im Vorfeld unter besonderen Vorzeichen: So dürfen Ajax-Fans aus Sicherheitsgründen ihre Mannschaft nicht im Den Haager Stadion unterstützen. Die Amsterdamer Anhänger kündigten daraufhin eine Demonstration in der niederländischen Hauptstadt an - was wiederum bei der Den Haager Anhängerschaft auf Missfallen stieß.

(kna/dpa/cbo)