Neymar: Polizei stellt Vergewaltigungs-Ermittlungen gegen Fußballstar ein

Vorwurf der Vergewaltigung : Polizei stellt Ermittlungen gegen Neymar ein

Die brasilianische Polizei hat die Ermittlungen wegen Vergewaltigungsvorwürfen gegen Fußballstar Neymar eingestellt. Entlastet ist der Brasilianer damit nicht. Noch kann die Staatsanwaltschaft Anklage gegen den 27-Jährigen erheben.

Neymar Jr. ging am Dienstag scheinbar ganz normal seiner Arbeit nach. Während der Marketing-Reise durch China mit seinem Noch-Klub Paris St. Germain schuftete der wechselwillige Superstar gemeinsam mit seinen Teamkollegen im Kraftraum und auf dem Platz, für den Abend war ein Testspiel angesetzt. In seiner brasilianischen Heimat machte derweil die Meldung die Runde, dass die Ermittlungen gegen ihn wegen des Verdachts einer Vergewaltigung ohne hinreichenden Tatverdacht zu Ende gegangen seien.

Zumindest eine seiner derzeitigen Sorgen könnte der 27-Jährige damit los sein. Denn die Anzeige des Models Najila Trindade hatte in den vergangenen Wochen für zusätzlichen Aufruhr im ohnehin selten undramatischen Leben des exzentrischen Stürmerstars gesorgt.

Nach Bekanntwerden der schweren Vorwürfe hatte sich Neymar öffentlich gegen die Darstellung Trindades gewehrt. Bei einem per WhatsApp vereinbarten Treffen am 15. Mai in einem Luxushotel in Paris war es laut ihm lediglich zu einvernehmlichen Sex gekommen.

Die Polizei von Sao Paulo fand nun offenbar zumindest keine ausreichenden Beweise für Trindades Behauptungen und wird deshalb von einer Klageempfehlung absehen. Die Staatsanwaltschaft hat nun 15 Tage Zeit, neue Schritte einzuleiten oder den Fall ad acta zu legen.

Allerdings zeigten sich die Anwälte von Trindade weiter überzeugt, von der Einleitung eines Strafverfahrens gegen Neymar. Sie argumentieren, dass die Polizei ein noch nicht eingereichtes Gutachten eines privat aufgesuchten Gynäkologen bislang nicht berücksichtigt habe.

Die vor allem in Brasilien in aller Öffentlichkeit ausgetragene juristische Auseinandersetzung um die Liebesnacht in der französischen Hauptstadt ist allerdings ohnehin nur eine von mindestens zwei großen Baustellen bei Neymar.

Schließlich kämpft der Angreifer seit Wochen und nicht weniger öffentlich um die Erlaubnis, den Verein wechseln zu dürfen. Die von PSG in den sozialen Netzwerken regelrecht demonstrativ verbreiteten Bilder seiner vermeintlich "völlig normalen" Übungseinheit mit den Kollegen, waren dementsprechend kaum mehr als ein leicht durchschaubares Ablenkungsmanöver.

Neymars Wechselwunsch, zuvorderst der nach einer Rückkehr zu seinem Ex-Verein FC Barcelona, ist spätestens seit seiner provozierenden einwöchigen Verspätung zum Vorbereitungsstart verbrieft. Sogar die Freigabe für den Fall eines "zufriedenstellenden Angebots" (PSG-Sportdirektor Leonardo) ist bereits erteilt. Das Problem: 2017 hatte PSG die Rekordsumme von 222 Millionen Euro für den Topstürmer bezahlt. Ein Mondbetrag, den aktuell wohl kaum jemand auch nur annähernd in die Hand nehmen würde.

Das Theater um Neymars bevorstehenden Abgang wird den Pariser Nobel-Klub trotzdem weiter beschäftigen. Trainer Thomas Tuchel zeigte sich bereits "auf alles vorbereitet", Julian Draxler sprach vielsagend davon, dass die vielen Egos bei PSG "manchmal nicht einfach" zu handhaben seien - und nun gab auch Mittelfeldspieler Marco Verratti zu Protokoll: "Einen Star behalten, der gehen will, macht keinen Sinn."

Ruhig werden dürfte es um Neymar in den kommenden Wochen jedenfalls nicht. Auch wenn er nun womöglich eine Sorge weniger hat.

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(sid/old)
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