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Nations League: Weitere ukrainische Spieler positiv getestet - Schweiz-Spiel fraglich

Schweiz-Spiel fraglich : Weitere ukrainische Spieler positiv getestet

Zwei in der Partie gegen Deutschland eingesetzte ukrainische Fußball-Nationalspieler sowie ein weiterer Akteur der Osteuropäer sind positiv auf das Coronavirus getestet worden. Bundestrainer Joachim Löw bleibt gelassen.

Die Corona-Fälle bei der Ukraine, zuletzt Gegner der DFB-Elf, sorgen weiter für Wirbel. Während Bundestrainer Joachim Löw Gelassenheit demonstriert, sehen sich Skeptiker bestätigt.

Luzern/Hamburg (SID) Der Flieger aus Kiew mit den drei Nachwuchskickern, natürlich negativ auf Corona getestet, war für den Fall der Fälle schon unterwegs nach Zürich - doch Andrej Schewtschenko wirkte dennoch abgekämpft. Der Trainer der Ukraine hatte im Corona-Wirbel um sein Team nervenaufreibende und anstrengende Stunden mitgemacht, sagte vor dem Gruppen-Finale in der Nations League aber tapfer: "Es liegt in den Händen der Schweizer Behörden. Aber wenn das Spiel stattfindet, werden wir auch bereit sein."

Wohl keine andere Fußball-Nation in Europa wird so sehr gebeutelt von Covid-19 wie die Ukraine. Am Montag gab der Verband bekannt, dass drei weitere Spieler positiv getestet wurden - zwei der Profis standen zuletzt gegen Deutschland (1:3) auf dem Rasen.

Daraufhin wurde das gesamte Team noch einmal getestet, die Resultate stehen noch aus. Ob die für den Abend (20.45 Uhr) in Luzern geplante Partie gegen die Schweiz stattfinden kann, sollte im Laufe des Dienstags der Luzerner Kantonsarzt Roger Harstall entscheiden.

Laut den Regularien der Europäischen Fußball-Union (UEFA) findet die Partie statt, solange 13 gesunde Spieler (inklusive Torhüter) zur Verfügung stehen, darum ließ Schewtschenko vorsorglich die drei U21-Nationalspieler einfliegen. Sollte Harstall aber die gesamte ukrainische Delegation unter Quarantäne stellen, müsste die Partie abgesagt werden - und die Schweiz könnte zum Sieger erklärt werden. Und so den Abstieg in die Liga B verhindern.

Trainieren durften Schewtschenko und Co. am Montagabend noch, die Umkleidekabinen in der Swissporarena waren für die Ukraine aber tabu - umziehen und duschen mussten sie im Hotel. Und das Warten auf die neuen Testergebnisse begann. "Wir müssen die Regeln akzeptieren. Wenn wir am Dienstag nochmals testen müssen, dann machen wir das", sagte Schewtschenko.

Im Fall der Ukraine wird deutlich, was auch die Bundesliga-Manager bei den Länderspiel-Einsätzen fürchten: Das Infektionsrisiko steigt, weil die Spieler quer durch Europa reisen und die Profis natürlich mit Kollegen von vielen anderen Klubs in Berührung kommen.

Anfang Oktober musste Schewtschenko in Frankreich auf acht Spieler verzichten und den 45 Jahre alten Torwarttrainer in den Kader berufen. Gegen Deutschland am vergangenen Samstag fielen vier Spieler aus, hinzu kommen die drei Fälle vom Montag - mit den eingesetzten Spielern gegen Deutschland.

Doch Bundestrainer Joachim Löw blieb cool. "Die Testungen am Freitag und Samstag vor dem Spiel waren ja alle negativ. Der Arzt hat uns versichert, dass wir keine Angst zu haben brauchen: Denn wenn jemand am Spieltag getestet wird, ist er nicht infektiös", sagte Löw. Und Tim Meyer, Vorsitzender der Medizinischen Kommission des DFB und der UEFA, sagte: "Während des Spiels ist die Ansteckungsgefahr ohnehin deutlich geringer als im Umfeld."

(eh/dpa)