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Nations League: Warum das Abseitstor von Kylian Mbappé zählt

Treffer aus Abseitsposition : Warum das umstrittene Tor von Mbappé regelkonform ist

Frankreich gewinnt die Nations League durch einen 2:1-Sieg im Finale gegen Spanien. Das entscheidende Tor schießt Kylian Mbappé – aus einer Abseitsposition. Der Treffer zählt und sorgt für Diskussionen über eine spezielle Regel.

Es war die entscheidende Szene des Nation-League-Finalspiels zwischen Spanien und Frankreich: Linksverteidiger Theo Hernandez spielt in der 80. Minute einen Steilpass auf Kylian Mbappé, der aus Abseitsposition das 2:1 für Frankreich erzielt – Spanien kann nicht mehr zurückschlagen, das Tor bedeutete somit auch den Titelgewinn für Fankreich. Trotz Überprüfung durch den Videoassistenten (VAR) zählte das Tor, was für heftige Diskussionen im Internet sorgte.

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Aber warum hat der VAR dieses vermeintlich regelwidrige Tor nun gegeben? Der spanische Innenverteidiger Eric Garcia hatte mit einer Grätsche versucht, den Ball zu bekommen, touchierte diesen aber nur leicht, sodass der Ball doch bei Mbappé landet, der frei vor dem spanischen Torwart Unai Simon einschieben konnte. Entscheidend für die Entscheidung der Schiedsrichter ist die absichtliche Ballberührung Garcias, die die Abseitsregelung beeinflusst. Es handelt sich hierbei um ein „deliberate play“ (auf deutsch: absichtliches Spiel).

<aside class="park-embed-html"> <blockquote class="twitter-tweet"><p lang="de" dir="ltr">Klares Abseitstor von Mbappé...? Nein! <a href="https://twitter.com/hashtag/DAZNmoment?src=hash&amp;ref_src=twsrc%5Etfw">#DAZNmoment</a> <a href="https://t.co/xYaCyCQiEj">pic.twitter.com/xYaCyCQiEj</a></p>&mdash; DAZN DE (@DAZN_DE) <a href="https://twitter.com/DAZN_DE/status/1447474859806703619?ref_src=twsrc%5Etfw">October 11, 2021</a></blockquote> <script async src="https://platform.twitter.com/widgets.js" charset="utf-8"></script> </aside>
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Sobald ein Spieler des Gegners einen Pass absichtlich berührt, wird die Abseitsposition des Angreifers aufgehoben, sofern der Verteidiger nicht beeinflusst wird. Inwiefern der Ball dabei seine Richtung ändert, ist unwichtig für die Regelauslegung. Mbappé war zu weit von Garcia entfernt, um ihn in einem Zweikampf zu stören, weswegen das Tor regelkonform ist.

Das „deliberate play“ existiert seit 2013 mit der Begründung, dass es Stürmern helfen solle, mehr Tore zu schießen. Dass diese Regel für Diskussionsbedarf sorgt, ist unumstritten und bereits bekannt. Unter einem Twitter-Post von Collinas Erben über diese Szene wird die Regel als unsinnig bezeichnet und eher negativ aufgenommen. Die spanische Sportzeitung „Marca“ schreibt: „Sie machen den Fussball kaputt. Eine unverständliche Interpretation einer neuen und lächerlichen Abseitsregel seitens des Video-Assistenten ruiniert Spanien“.

<aside class="park-embed-html"> <blockquote class="twitter-tweet"><p lang="de" dir="ltr">Zum Siegtreffer für Frankreich im Nations-League-Finale <a href="https://twitter.com/hashtag/ESPFRA?src=hash&amp;ref_src=twsrc%5Etfw">#ESPFRA</a>: Beim Abspiel befindet sich Mbappé deutlich im Abseits. Er bekommt den Ball auch (und erzielt das Tor), allerdings nicht direkt von seinem Mitspieler. (1/6) <a href="https://t.co/Mpwe7KMiyM">pic.twitter.com/Mpwe7KMiyM</a></p>&mdash; Collinas Erben (@CollinasErben) <a href="https://twitter.com/CollinasErben/status/1447323446317301764?ref_src=twsrc%5Etfw">October 10, 2021</a></blockquote> <script async src="https://platform.twitter.com/widgets.js" charset="utf-8"></script> </aside>
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Schon im vergangenen Jahr wurde über diese Regel diskutiert, als Borussia Dortmunds Stürmer Erling Haaland im Achtelfinale des DFB-Pokals gegen den SC Paderborn in der Verlängerung nach einer ähnlichen Spielsituation ein Tor aus Abseitsposition schoss. Das 3:2 zählte, Haaland besorgte damit den Endspielstand. Dieses Tor war wegweisend für den restlichen Wettbewerb, den Borussia Dortmund letzten Endes gewann.

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Ob die „Deliberate-Play-Regelung“ nun unsinnig, unfair oder richtig ist, wird sicher ein Diskussionsthema unter Fans und Profis bleiben. Doch die Regel besteht nun mal.„Tatsache ist aber, dass Referee Taylor und sein Assistent richtig entschieden haben. Und dafür ist er gewiss nicht zu kritisieren“, schreiben die Schiedsrichter- und Regel-Experten von Collinas Erben. Diese Regel als Spieler zu kennen, schadet sicher nicht.