Serie A: Randale und Antisemitismus überschatten Spieltag

Serie A: Randale und Antisemitismus überschatten Spieltag

Randale und antisemitische Parolen haben den 33. Spieltag der italienischen Fußball-Meisterschaft überschattet. Im Duell des Abstiegskandidaten FC Genua mit dem AC Siena stand es kurz nach der Pause 0:4, als Genueser Ultras einen Spielabbruch provozieren wollten.

Feuerwerkskörper und Rauchbomben flogen auf den Platz im Stadio Luigi Ferraris, Schiedsrichter Paolo Tagliavento schickte beide Teams in die Kabine und entschied sich erst nach mehr als einer halben Stunde, das Spiel fortzusetzen. Tausende Zuschauer hatten das Stadion zu diesem Zeitpunkt bereits verlassen.

Verbandspräsident Giancarlo Abete verurteilte die Randale. "Dies sind keine Fußballfans. Solche Leute dürfen nirgendwo mehr in Stadion", sagte Abete. Der Präsident des FC Genua, Enrico Preziosi, äußerte die Hoffnung, dass der Klub zu einer Stadionsperre verurteilt werde. "So werden wir außerhalb Genua ruhiger spielen können. Es ist absurd, dass eine Gruppe aus etwa 100 Fans die Kontrolle über das gesamte Stadion übernehmen und ihren Willen aufdrängen können", sagte Preziosi.

Unschöne Szenen gab es auch in Rom. Ultras von Lazio Rom, Klub des verletzten deutschen Nationalspielers Miroslav Klose, stimmten beim Heimspiel gegen US Lecce (1:1) antisemitische Gesänge an und brachten ihren Verein wieder einmal in Verruf. "Giallorosso ebreo" (jüdisches Rot und Gelb), skandierte der Mob auf der Nordtribüne des Olympiastadions. Lecce spielte zwar in rot und gelb, allerdings galten die Hasstiraden eher dem Erzrivalen AS Rom, dessen Vereinsfarben ebenfalls rot und gelb sind. Besonders der Lazio-Gruppierung "Irriducibili" eilt ein rechtsradikaler Ruf voraus. Lazio hat als Dritter weiterhin gute Aussichten, die Champions-League-Qualifikation zu erreichen.

Juventus baut Führung aus

Der Ausrutscher des Meisters AC Mailand wurde in den Hintergrund gedrängt. Die Mannschaft des ehemaligen deutschen Junioren-Nationalspielers Kevin-Prince Boateng kam gegen den FC Bologna nicht über ein 1:1 (0:1) hinaus. Der schwedische Stürmerstar Zlatan Ibrahimovic bewahrte die Rossoneri, die Daniele Bonera durch eine Gelb-Rote Karte (84.) verloren, mit seinem Tor in der 90. Minute immerhin vor einer Blamage gegen den Tabellenzwölften, der durch Gaston Ramirez (26.) in Führung gegangen war.

Spitzenreiter Juventus Turin nutzte am späten Sonntagabend im Heimspiel gegen den AS Rom die Gunst der Stunde und zog nach einem eindrucksvollen 4:0 (3:0)-Sieg auf drei Punkte davon. Der frühere Leverkusener Bundesligaprofi Arturo Vidal (4., 8.) brachte die Mannschaft von Juve-Trainer Antonio Conte mit zwei Toren frühzeitig auf die Siegerstraße. Andrea Pirlo (29.) per Foulelfmeter und Claudio Marchisio (52.) erzielten die weiteren Treffer für den Rekordmeister, der vier Spieltage vor Saisonende beste Aussichten auf seinen 28. Scudetto hat.

Hier geht es zur Bilderstrecke: Serie A 11/12: Krawalle in Genua

(sid)
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