Das WM-Drama: England leidet mit David Beckham

Das WM-Drama: England leidet mit David Beckham

Mailand (RPO). Eine ganze Nation trauert. David Beckham wird bei der Weltmeisterschaft in Südafrika nicht für England auflaufen können. Der Superstar hat sich im Spiel seines AC Mailand gegen Chievo zwei Minuten vor Spielschluss die Achillessehne gerissen. Als er vom Platz getragen wurde, weinte "Becks" bittere Tränen. Ob der 34-Jährige überhaupt nochmal auf den Fußballplatz zurückkehren wird, ist fraglich.

"Es ist gebrochen, es ist gebrochen", schrie Beckham direkt nach der Verletzung unter Schmerzen, fasste sich an das Sprunggelenk und schämte sich seiner Tränen nicht. Die anschließende Diagnose war niederschmetternd: Zwar war der Fuß nicht gebrochen, aber die Achillessehne gerissen. Beckham, der am Montag zur Operation zum Spezialisten nach Finnland flog, muss drei bis sechs Monate pausieren.

"Das ist eine Tragödie. Das bricht einem das Herz", schrieb das Massenblatt "The Sun". Englands Nationaltrainer Fabio Capello sprach Beckham noch in der Nacht zu Montag sein Mitgefühl aus. "Das ist ein schwerer Schlag für uns und für David. Er hat hart gearbeitet, um bei der WM nochmal dabei zu sein. Ich bin sehr traurig", sagte Capello.

Einen Hoffnungsschimmer sieht Beckhams behandelnder Arzt Sakari Orava. Es sei zwar nicht realistisch zu erwarten, dass Beckham in drei Monaten wieder fit sei, aber es habe immer wieder "wundersame" Heilungsprozesse gegeben, sagte der Mediziner dem finnischen Sender YLE: "Es gibt noch einen kleinen Hoffnungsschimmer."

Milan spendet Trost

Trost bekam Beckham von seinem Klub AC Mailand. "Er hat sich gefühlt, als sei er erschossen worden", sagte Milans Coach Leonardo: "Unser 1:0-Sieg ist Nebensache." Vorstandsboss Adriano Galliani bot dem Spice Boy in der Kabine eine Verlängerung seines Vertrags an. "Ich habe ihn umarmt und ihm gesagt, dass er auch in der nächsten Saison bei uns bleiben kann", sagte Galliani.

Am vergangenen Mittwoch hatte Beckham noch einmal einen magischen Moment erlebt, als er mit Milan in der Champions League zu seinem Ex-Klub Manchester United ins Old Trafford zurückgekehrt war. Zwar schied Milan durch das 0:4 im Achtelfinale aus, doch Beckham wurde von den ManU-Fans gefeiert.

2002 hatte sich Beckham vor der WM-Endrunde in Südkorea und Japan den Mittelfuß gebrochen, war aber noch rechtzeitig zum Turnier fit geworden. Diesmal wird die Zeit für den früheren Kapitän der "Three Lions", der von Capello als Edel-Joker eingeplant war, nicht reichen.

Dabei wollte sich Beckham, der vom US-Klub Los Angeles Galaxy an Milan ausgeliehen ist, bei seiner erneuten Rückkehr nach Europa unbedingt für die WM empfehlen. In Südafrika hätte Beckham, der am 2. Mai 35 Jahre alt wird, Torhüter-Legende Peter Shilton nach WM-Spielen als englischen Rekordhalter ablösen können. Stattdessen sieht es nun so aus, als ob Beckhams 115. Länderspiel am 14. Oktober 2009 gegen Weißrussland sein letzter Auftritt für England gewesen ist.

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(SID/seeg)