Nach Stadionkatastrophe Indonesien will Spielstätte abreißen – U20-WM findet statt

Jakarta · Das Fußballstadion im indonesischen Malang, in dem bei einer Massenpanik 133 Menschen ums Leben gekommen waren, soll abgerissen werden. Alle anderen Stadien werden auf ihre Sicherheit überprüft. Derweil wird die U20-WM wie geplant in Indonesien stattfinden.

 Hinduistische Priester führen eine Reinigungszeremonie im Kanjuruhan-Stadion in Malang durch.

Hinduistische Priester führen eine Reinigungszeremonie im Kanjuruhan-Stadion in Malang durch.

Foto: dpa/Yudha Prabowo

Nach der Stadionkatastrophe mit 133 Toten in Indonesien soll das Kanjuruhan-Stadion in Malang abgerissen und anschließend wiederaufgebaut werden. Das gab Staatspräsident Joko Widodo am Dienstag bekannt.

„Die Sicherheit von Spielern und Fans muss gewährleistet sein“, sagte 61-Jährige. Man habe sich mit der Fifa darauf verständigt, sich zukünftig nach den internationalen Sicherheitsstandards des Fußball-Weltverbandes zu richten. Im kommenden Jahr findet in Indonesien die U20-Weltmeisterschaft statt, daran ändert auch die Katastrophe nichts. Dafür brauche man zehn hochmoderne Stadien sowie reibungslose und nahtlose Betriebsabläufe, sagte Fifa-Präsident Gianni Infantino am Dienstag nach einem Treffen mit Widodo in Jakarta.

Infantino sicherte dem Land seine Unterstützung zu: „Wir werden den Fußball in diesem Land reformieren. Wir werden unsere Experten mitbringen, investieren und dafür sorgen, dass Indonesien auf der globalen Fußballbühne glänzt“, so der 52-Jährige.

Zu der Tragödie war es Anfang des Monats nach dem Ligaspiel zwischen Arema FC und Persebaya FC (2:3) im mit 42.000 Zuschauern ausverkauften Stadion gekommen. Als Folge von Ausschreitungen kam es zu gewaltsamen Auseinandersetzungen in und um die Arena. Unter den Toten befanden sich auch viele Kinder.

Vertreter der Fifa und der Asiatischen Fußballkonföderation (AFC) sind seit letzter Woche in Jakarta, um gemeinsam mit dem nationalen Fußballverband und der Regierung den Vorfall zu untersuchen. Präsident Widodo hat alle Fußballspiele bis zum Abschluss der Ermittlungen ausgesetzt und eine Sicherheitsüberprüfung aller Stadien angeordnet.

(sid/dpa/stja)
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