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Gewalt im Fußball: Joachim Herrmann fordert strengere Kontrollen

Nach tödlichen Krawallen in Italien : Bayerns Innenminister fordert strengere Kontrollen von Fußball-Rowdies

Nachdem bei Krawallen in Italien ein Fan ums Leben gekommen ist, warnt Bayerns Innenminister Joachim Herrmann vor ähnlichen Vorkommnissen in Deutschland. Das Gefährdungspotenzial sei hoch.

Der Tod eines Fußball-Fans am Rande der Partie zwischen Inter Mailand und dem SSC Neapel in Italiens Serie A soll nach Ansicht von Bayerns Innenminister Joachim Herrmann auch als Mahnung für den deutschen Fußball dienen. „Gewalt und Rassismus sind absolut indiskutabel, egal ob im Fußballstadion oder im Umfeld von Fußballspielen. Das Gefährdungspotenzial von Gewaltbereiten ist auch bei uns hoch“, sagte der CSU-Politiker. Herrmann sieht „vor allem auch die Fußballvereine, den Deutschen Fußball-Bund und die Deutsche Fußball Liga in der Pflicht, bei entsprechenden Vorfällen noch konsequenter zu handeln und die Fußballchaoten noch stärker zu sanktionieren.“ Die Fans würden schließlich „friedliche und sichere Fußballspiele“ wollen.

Nach Ausschreitungen am Rande der Partie zwischen Inter Mailand und dem SSC Neapel war am Donnerstag ein Fan im Krankenhaus gestorben. Der 35 Jahre alte Inter-Anhänger gehörte nach Polizeiangaben zu einer Gruppe, die einen Wagen mit Neapel-Anhängern angegriffen hatte.

Der senegalesische Fußballprofi Kalidou Koulibaly vom SSC Neapel war außerdem in der Partie von Mailänder Chaoten rassistisch beleidigt worden. Daraufhin wurde Inter zu einer Strafe von zwei Heimspielen vor leeren Rängen verurteilt.

Unterdessen will die italienische Regierung die Sicherheitsvorkehrungen rund um Fußball-Spitzenspiele verschärfen. Innenminister Matteo Salvini kündigte am Freitag an, dass Partien mit heikler Sicherheitslage künftig nicht mehr abends ausgetragen werden sollen.

In der kommenden Woche wird Salvini zusammen mit Sportminister Giancarlo Giorgetti die Managements der Klubs sowie Vertreter von Schiedsrichtern und organisierter Fangemeinschaften zu einem Treffen in Rom einladen. "Wir wollen zusammen prüfen, wie wir Ordnung und Ruhe in und rund um die Stadien zurückbringen können", sagte Salvini.

Die Meisterschaft werde jedoch nach Plan fortgesetzt. "Die Arenen zu schließen und den Fans die Auswärtsspiele zu verbieten, sind Maßnahmen, welche die wahren Tifosi benachteiligen, die nichts mit Kriminellen zu tun haben", sagte Salvini.

(sef/dpa/sid)