Fußball: Niederlande planen Maßnahmen gegen Rassismus

Längere Stadionverbote und Kameras : Niederlande planen Maßnahmen gegen Rassismus

Im Kampf gegen rassistische Vorfälle sollen in niederländischen Fußballstadien Kameras eingesetzt werden. Zudem zieht man längere Stadionverbote als Strafe in betracht. Auch in Italien will man gegen Rassismus in Fußballstadien vorgehen.

Das wurde nach einem Treffen von Premierminister Mark Rutte und Verantwortlichen des Fußballverbands KNVB deutlich, berichteten niederländische Medien am Freitag.

Regierungschef Rutte hatte vor dem Treffen mehrfach Rassismus bei Fußballspielen beklagt. Er hatte dabei unter anderem Vorfälle vom vergangenen Wochenende im Blick. Spieler der Amateurvereine JOS und Sporting '70 wurden mit Worten wie „schwarzer Peter“ beschimpft.

Der Fußball reagierte bereits auf Zwischenfälle dieser Art. Am zurückliegenden Wochenende wurde in den ersten beiden Fußballligen in den Niederlanden eine Schweigeminute gegen Rassismus abgehalten. Die erste Minute nach Anpfiff wurde nicht gespielt, während auf den Anzeigetafeln eingeblendet wurde: „Rassismus? Dann spielen wir nicht!“.

Es soll laut Angaben der Nachrichtenagentur ANP auch eine spezielle App geben, um rassistische Vorfälle zu melden. Das Treffen auf Topebene fand am Donnerstag statt. Bis Januar soll ein Aktionsplan erarbeitet werden.

Serie-A-Klubs schließen sich im Kampf gegen Rassismus zusammen

Auch in Italien werden Pläne geschmiedet. Die Klubs der italienischen Serie A haben sich im Kampf gegen Rassismus in Fußballstadien zusammengeschlossen. Die 20 Vereine riefen am Freitag in einem offenen Brief zu einem Treffen mit der Liga, dem Fußballverband sowie internationalen Experten auf und forderten "einschneidende Maßnahmen" im Kampf gegen Ausländerfeindlichkeit.

Im Schreiben richteten sich die Klubs an all jene Personen, die "den italienischen Fußball lieben" und aktiv gegen Rassismus auftreten wollen. "Wir müssen zugeben, dass wir in den italienischen Stadien ein ernstzunehmendes Problem mit Rassismus haben, das wir in diesen Jahren nicht genug bekämpft haben", hieß es im Brief, der auf den Webseiten der 20 Klubs veröffentlicht wurde.

Rassistische Gesänge gegen dunkelhäutige Spieler seien eine "Schande" für den italienischen Fußball. "Im Fußball sowie im Leben sollte niemand Opfer rassistischer Beleidigungen werden. Wir können nicht mehr passiv bleiben und warten, dass dieses Phänomen einfach verschwindet", schrieben die Teams.

In den letzten Wochen sei auf Initiative der Klubs ein "konstruktiver Dialog" mit dem Verband, der Liga sowie Experten gegen die "Plage" des Rassismus aufgenommen worden. "Die Serie A arbeitet hart, um einen einschneidenden Kampf gegen Rassismus in und außerhalb der Stadien zu führen", sagte Ligaboss Luigi De Siervo: "Wir haben einen langen Weg vor uns, den wir leichter beschreiten werden, wenn wir geschlossen handeln."

(dpa/old)
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