EM-Qualifikation: "Englische Löwen" gehen am Stock

EM-Qualifikation : "Englische Löwen" gehen am Stock

London (RPO). Die englische Nationalmannschaft ist kurz vor den EM-Qualifikationsspielen gegen Israel (Samstag) und Russland (Mittwoch) stark geschwächt. Wayne Rooney, Frank Lampard und David Beckham sind verletzt und Steven Gerrard ärgert sich mit einem gebrochenen Zeh herum. Damit ist es momentan um die einst gefürchteten "Three Lions" schlecht bestellt.

Doch der bereits als "McClown" verspottete Chefcoach gibt sich kämpferisch. "Wir sind trotzdem gut genug, um diese beiden Spiele zu gewinnen. Ich brauche den Spielern nicht viel zu sagen. Sie wissen, was sie zu tun haben und wie wichtig die Spiele sind", sagte der 46-Jährige vor den beiden Begegnungen im Wembley-Stadium. Mit 14 Punkten aus sieben Spielen liegt England in der Gruppe E einen Zähler hinter Russland und bereits zwei hinter Israel und Tabellenführer Kroatien nur auf Platz vier.

Dabei scheint McClaren auch nicht zu stören, dass er auf dem Trainingsgelände des FC Arsenal derzeit nur ein Rumpfteam zu den Übungseinheiten bitten kann. Kapitän John Terry und den früheren Bayern-Profi Owen Hargreaves plagen kleinere Blessuren. Gerrard macht ausschließlich Reha-Übungen, lässt sich für die Partien aber fitspritzen. "Wir brauchen für die Spiele große Spieler. Und Steven ist einer von ihnen", meinte McClaren.

Neben den Langzeitverletzten Rooney (Fußbruch) und Beckham (Knie) gibt zumindest Lampard seinem Trainer Hoffnung auf eine baldige Rückkehr. "Die Verletzung ist nicht so schwer, wie zuerst angenommen. Es gibt eine 50:50 Chance, dass Frank gegen Russland spielen kann", erklärte McClaren hoffnungsvoll. Der Trainer schickte Lampard zurück zu seinem Klub FC Chelsea, damit er sich völlig auf seine Genesung konzentrieren könne.

McClaren, der sich möglicherweise bei zwei Niederlagen seine Papiere abholen darf, braucht Lampard vor allem wegen seiner Tore. Der 29-Jährige traf bereits 13-mal für die "Three Lions", zuletzt beim 1:2 gegen Deutschland.

McClaren hat für die Offensive derzeit einfach keine Alternativen zu dem Mittelfeldmann. Michael Owen ist nach seinem Kreuzbandriss noch auf der Suche nach dem alten Tor-Instinkt, der Liverpooler Peter Crouch macht derzeit eine Krise vor dem Gehäuse durch und ist gegen Israel ohnehin gesperrt. Jermain Defoe ist bei Tottenham Hotspur nur zweite Wahl.

Abhilfe soll in Emile Heskey ausgerechnet ein bereits abgeschriebener Angreifer schaffen. Der seit der Europameisterschaft 2004 nicht mehr ins Nationalteam berufene 29-Jährige ist allerdings alles andere als ein Goalgetter. In 43 Länderspielen erzielte er lediglich fünf Tore. Seine Qualität sieht McClaren in dem Zusammenspiel mit Owen. In zwölf Spielen, in denen das Sturmduo Heskey/Owen hieß, traf der quirliger Angreifer von Newcastle United immerhin elfmal.

(sid)
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