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Transfer: Mesut Özil wechselt vom FC Arsenal zu Fenerbahce Istanbul

Abschied aus London : Mesut Özil wechselt zu Fenerbahce Istanbul

Ende einer kaputten Liebesbeziehung: Mesut Özil verlässt den FC Arsenal und wechselt zu Fenerbahce Istanbul. Schon lange wollten die Londoner ihren einstigen Star loswerden. Topverdiener Özil wollte nicht gehen - doch nun scheint die Vorfreude zu überwiegen.

Mesut Özil gab seine Entscheidung live im türkischen Fernsehen bekannt. "Gott gab mir die Chance, das Fenerbahce-Trikot zu tragen", sagte der Rio-Weltmeister dem Sender NTV in einer Schalte und bestätigte seinen Wechsel zum 19-maligen Meister aus Istanbul. Der 32-Jährige verlässt wie erwartet England und den FC Arsenal, um seine massiv ins Stocken geratene Karriere am Bosporus wiederzubeleben.

"Ich bin sehr glücklich, sehr aufgeregt", sagte Özil, der zwei Herzen in den Klubfarben Gelb und Blau twitterte. Er werde das Jersey des Klubs "mit Stolz tragen und alles für das Team geben." Noch am Sonntag flog er nach Istanbul, für wie lange Özil sich an Fenerbahce bindet, ist noch nicht bekannt.

"Unser Klub bringt Mesut Özil nach Istanbul, um den Wechselprozess voranzutreiben", teilte Fenerbahce am Abend mit und veröffentlichte Fotos vom Neuzugang kurz nach der Landung. Er soll fünf Millionen Euro im Jahr verdienen und damit deutlich weniger als zuletzt auf der Insel.

Doch es ist ohnehin kein Transfer des Geldes wegen, sondern einer aus Liebe: In Istanbul hatte Özil im Sommer 2019 seine Amine geheiratet, die in der Millionenmetropole lange Zeit ihren Lebensmittelpunkt hatte. Trauzeuge damals: Staatspräsidenten Recep Tayyip Erdogan. Der Machthaber steht zwar auch Meister Basaksehir sehr nahe, gilt aber seit seiner Jugend als Fener-Fan.

Bei den "Kanonieren" hatte Özil keine Zukunft mehr - und so wird er jetzt ein "gelber Wellensittich". Fenerbahce steht in der Türkei etwas im Schatten von Rekordmeister Galatasaray, hat mit 19 Meisterschaften (zuletzt 2014) und sechs Pokalsiegen aber eine stolze Erfolgsbilanz. Aktuell ist der Klub Zweiter der SüperLig - und hat im Gegensatz zu Arsenal gute Chancen auf die Champions League.

Bei den Gunners stand Özil zuletzt im Abseits. Er war nicht einmal mehr für die Premier League gemeldet. Dennoch gab es auch ernsthaftes Interesse von DC United aus der nordamerikanischen Profiliga MLS, von einem italienischen Erstligisten und aus Katar.

Doch die Türkei scheint die logischste Wahl. So sehr Özils Image in Deutschland seit den Erdogan-Fotos vor und dem historischen sportlichen Desaster bei der WM 2018 in Russland gelitten hat, so sehr ist sein Ansehen in der Heimat seiner Eltern gestiegen. Schon die ersten Nachrichten von einem möglichen Transfer zu Fenerbahce hatten die Fans in Ekstase versetzt, Özil dürfte trotz Corona ein stürmischer Empfang erwarten.

Und auch Özils Mutter Gulizar dürfte glücklich sein. Der Sohn hatte ihr einst versprochen, einmal für Fenerbahce zu spielen. Was der 92-malige Nationalspieler (23 Tore) fußballerisch noch drauf hat, ist aber ungewiss. Özil hat seit März 2020 kein Spiel mehr für Arsenal bestritten - das war noch vor der Corona-Unterbrechung in der Premier League. Dass der Klub den früheren Schalker und Bremer loswerden wollte, lag allerdings zuvorderst am üppigen Gehalt des Topverdieners von umgerechnet 390.000 Euro/Woche.

Im vergangenen Oktober hatte Özil seinem monatelang aufgestauten Frust in einem Twitter-Rundumschlag Luft verschafft. "Ich habe Arsenal, dem Klub, den ich liebe, meine Loyalität und Treue geschworen", schrieb er damals: "Es macht mich traurig, dass dies nicht erwidert wird."

Diese Liebe will er jetzt in Istanbul finden.

(kron/SID)