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Ralf Rangnick wird wohl Interimstrainer bei Manchester United

Überraschung in England : Rangnick wird wohl Interimstrainer bei Manchester United

Schon oft wurde Ralf Rangnicks Name genannt, wenn in England ein Trainer oder Sportdirektor gesucht wurde. Jetzt wird es offenbar konkret. Der Schwabe soll den Rekordmeister Manchester United bis zum Sommer trainieren und dem Klub danach in anderer Funktion helfen.

Ralf Rangnick trainiert demnächst Cristiano Ronaldo. Der ehemalige Coach von RB Leipzig, Schalke und Hannover 96 wird dem Vernehmen nach Interimstrainer bei Manchester United. Der 63-Jährige soll beim englischen Fußball-Rekordmeister einen Vertrag bis zum Saisonende unterschreiben und den Verein danach als Berater unterstützen. „An der Geschichte ist was dran“, sagte ein Berater Rangnicks am Donnerstag auf Anfrage der DeutschenPresse-Agentur.

Das Online-Magazin „The Athletic“ hatte zuerst berichtet, Man United sei sich mit dem renommierten deutschen Fußballlehrer einig. Eine Einigung mit Rangnicks bisherigem Arbeitgeber Lokomotive Moskau, bei dem er als Sportdirektor unter Vertrag steht, stand hingegen noch aus. Zuvor hatte die Zeitung „Daily Mail“ Rangnick als möglichen Kandidaten für das vakante Traineramt in Manchester genannt.

Man United hatte sich am Sonntag nach einer 1:4-Blamage beim Abstiegskandidaten FC Watford von Trainer Ole Gunnar Solskjaer getrennt. Die enttäuschende Saisonbilanz des Norwegers: fünf Siege aus zwölf Spielen und eine negative Tordifferenz. Der gebürtige Schwabe Rangnick soll den Tabellenachten der Premier League schnell wieder in die Erfolgsspur und möglichst noch zu Titelerfolgen führen, bevor im Sommer - so die Hoffnung der Clubbosse - Mauricio Pochettino übernimmt, der aktuell bei Paris Saint-Germain unter Vertrag steht.

Schon 2019 hatte Rangnick Gespräche mit den Red Devils geführt, damals ging es um die Position des Sportdirektors im Old Trafford. Immer wieder wurde sein Name in der Vergangenheit in Verbindung mit englischen Clubs und sogar der Nationalmannschaft genannt. Obwohl er noch nie in der Premier League gearbeitet hat, genießt der 63-Jährige hohes Ansehen auf der Insel. „The Athletic“ bezeichnete Rangnick als „Paten des modernen Fußballcoachings in Deutschland“.

Mit seiner offensiven Spielphilosophie führte Rangnick, der nach einem Auftritt in der „Sportschau“ den Spitznamen „Fußballprofessor“ bekam, unter anderem den SSV Ulm und Hannover 96 in die Bundesliga. Mit der TSG 1899 Hoffenheim gelang ihm der direkte Durchmarsch von der Dritten in die Erste Liga, wo die TSG auf Anhieb Herbstmeister wurde.

Bei RB Leipzig verantwortete er als Sportdirektor und zeitweise als Trainer die rasante Entwicklung vom Regionalligisten zum Champions-League-Teilnehmer. Als Trainer des FC Schalke 04 gewann Ralf Rangnick 2011 den DFB-Pokal.

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Rekordmeister Man United hat nach dem Abschied des langjährigen Trainers Sir Alex Ferguson im Sommer 2013 keine Meisterschaft mehr gewinnen können. Bis auf einen FA-Cup-Sieg und den Gewinn der Europa League hat das Team seitdem keine bedeutende Trophäe geholt. Man United hat zwölf Punkte Rückstand auf Tabellenführer FC Chelsea und ist für das Achtelfinale der Champions League qualifiziert.

Dass Rangnick schon kurzfristig am kommenden Sonntag beim Auswärtsspiel in London gegen Chelsea auf der Bank sitzt, gilt aufgrund der notwendigen Arbeitserlaubnis als eher unwahrscheinlich. Wie schon beim Champions-League-Auswärtssieg gegen Villareal (2:0) am Dienstag wird Michael Carrick die Mannschaft betreuen.

(dpa/old)