Premiere League: FC-Liverpool-Coach Jürgen Klopp bleibt vor Prestige-Duell gegen Manchester United gelassen

Prestige-Duell ManU gegen Liverpool : Klopp nimmt Ansagen aus Manchester gelassen

Jürgen Klopp ist mit dem FC Liverpool bei Manchester United gefordert. Doch der einstige Rivale ist längst kein Gegner auf Augenhöhe mehr.

Gegner Manchester United setzt auf königliche Unterstützung, doch das juckt "King" Jürgen Klopp nicht im Geringsten. "Ich hatte nie ein Problem mit meinem Selbstvertrauen, ich bin recht optimistisch", sagte der Teammanager des FC Liverpool vor dem prestigeträchtigen Nachbarschaftsduell beim großen Rivalen am Sonntag (17.30 Uhr/Sky).

Klopps Gelassenheit hat gute Gründe: Seine Reds führen die Tabelle der englischen Premier League souverän an, der Vorsprung auf den Zwölften United beträgt stolze 15 Punkte. Ein Sieg dort - es wäre der neunte im neunten Saisonspiel - und Liverpool hätte den Liga-Startrekord eingestellt. "Wir sind nicht nervös wegen der Geschichte, die wir schreiben könnten. Wir sind ziemlich relaxt - und sehr ambitioniert", sagte Klopp.

Sein Gegenüber Ole Gunnar Solskjaer setzt nach dem schwächsten Saisonstart seit 30 Jahren auf einen ganz besonderen Gast: Der norwegische König Harald V. kommt auf persönliche Einladung seines Landsmanns ins Old Trafford. Der Monarch hatte Solskjaer schon bei dessen Amtsantritt vor Monaten "aus ganzem Herzen" Glück gewünscht, obwohl er seit seiner Londoner Studienzeit anfangs der 1960er-Jahre Fan von Tottenham Hotspur ist.

So oder so - für Solskjaer ist das Duell, das seine Brisanz einst aus der wirtschaftlichen und kulturellen Rivalität der Städte zog, "das perfekte Spiel". Zwar laufe bei United angesichts der nur vier Siege in den jüngsten 17 Ligaspielen keiner "mit einem Dauergrinsen herum", bekannte er. Aber: "Das ist eine Chance für unsere Spieler, in die Geschichte einzugehen. Ein Siegtor gegen Liverpool wird dich ewig begleiten."

Klopp, der noch nie im "Theater der Träume" gewonnen hat, kratzt sich am ergrauten Bart und lacht, als er auf diese Aussage angesprochen wird. "Ich glaube nicht, dass in diesem Moment viele Mannschaft gerne gegen uns spielen würden, United scheint die einzige zu sein", sagte er. Es sei an seinem Team, "ihnen zu zeigen, dass sie einem Missverständnis aufsitzen". Es wäre nicht das einzige in Manchester in jüngster Zeit.

Die Zweifel an Solskjaer werden immer lauter. Am Freitag musste sich der 46-Jährige die Frage gefallen lassen, ob der Job für ihn nicht eine Nummer zu groß sei. "Nein", antwortete er, dieses Gefühl habe er nie gehabt. Es gebe klare Verbesserungen. Nur welche? Die Bosse scheinen so langsam ungeduldig zu werden, auch wenn Klubvize Ed Woodward dem Trainer in dieser Woche seiner "hundertprozentigen Unterstützung" versicherte.

"Ich hoffe, dass er Zeit bekommt. Wir müssen alle hinter ihm stehen und hoffen, dass er es hinkriegt", sagte United-Legende Paul Scholes der BBC. Allerdings benötige sein Ex-Klub sicher "vier, fünf gute Transferperioden", um wieder an die Spitze zu kommen.

Trost könnte Solskjaer, der auf die Stars Paul Pogba und David De Gea verzichten muss, ausgerechnet beim Blick nach Liverpool finden. Kollege Klopp hatte 29 Spiele nach seinem Start bei den Reds zwei Punkte weniger gesammelt als Solskjaer jetzt. "Er weiß, was er tun muss", rief Klopp einem norwegischen Reporter zu, "ihr müsst euch wegen Ole keine Sorgen machen."

(lt/sid)