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Premier League: Manchester United steckt tief in der Krise

„Mein Herz benötigt Hilfe“ : Manchester United schon in der Krise

Manchester United hat sich beim FC Brentford mächtig blamiert. Statt den erhofften Neustart unter Teammanager Erik ten Hag hinzulegen, steckt der englische Rekordmeister schon jetzt in einer Krise.

Ralf Rangnick hatte es geahnt. Der Kader von Manchester United sei „eine Operation am offenen Herzen“, sagte Rangnick zum Ende seiner missglückten Amtszeit als Teammanager beim englischen Rekordmeister. Nach dem kapitalen Fehlstart unter seinem Nachfolger Erik ten Hag liegt der Patient erst einmal auf der Intensivstation. Der Ausgang? Ungewiss!

Durch das blamable 0:4 (0:4) beim FC Brentford stürzte der ruhmreiche Klub erstmals seit 30 Jahren ans Tabellenende der Premier League. Es war gleichzeitig die siebte Auswärtsniederlage in der höchsten englischen Klasse in Folge, das hatte es zuletzt 1936 gegeben. „Ich habe meine Spieler gebeten, mit Überzeugung zu spielen und die Verantwortung für ihre Leistung zu übernehmen, und das haben wir nicht getan“, klagte ten Hag.

Josh Dasilva (10.), Mathias Jensen (18.), Ben Mee (31.) und Bryan Mbeumo (35.) trafen den Favoriten mitten ins Herz. „Es geht nicht, dass man als ManUnited in 35 Minuten vier Gegentore kassiert“, sagte ten Hag, der in der Halbzeit „alle hätte auswechseln können“.

Die Baustellen sind zahlreich, der Umbruch mitten im Gange. Paul Pogba, Edinson Cavani, Jesse Lingard, Nemanja Matic und Juan Mata hatten den Klub im Sommer ablösefrei verlassen. Dazu kommt das Theater um Superstar Cristiano Ronaldo. Der fünfmalige Weltfußballer sucht einen neuen Verein, spielte in Brentford dennoch 90 Minuten durch. Ronaldo findet aber keinen Klub, der sich seine Dienste leisten kann und will.

Die Vereinslegenden sind angesichts der Gesamtsituation besorgt. „Mein Kopf ist verletzt, mein Herz benötigt Hilfe“, twitterte Rio Ferdinand. Gary Neville wird noch deutlicher. „Die Leute hätten wissen müssen, dass es eine inakzeptable Situation war, Erik ten Hag diesen Kader zu übergeben“, sagte der frühere United-Kapitän und und forderte: „Es ist an der Zeit, dass die Glazer-Familie den Fußballverein verkauft.“

Ten Hag gibt sich keinen Illusionen hin. „Es scheint, als würde das, was in der letzten Saison passiert ist, in dieser Saison kommen und wir müssen das schnell ändern“, sagte der Niederländer. Statt eines freien Tages stand deshalb am Sonntag Straftraining auf dem Programm. Ten Hag forderte nach Sky-Informationen von seinen Stars, mindestens 13,8 Kilometer zu laufen - exakt die Distanz, die der Außenseiter Brentford mehr zurückgelegt hatte als die Red Devils.

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Doch es droht weiteres Ungemach. Nach der Auftaktniederlage gegen Brighton & Hove Albion (1:2) und der peinlichen Pleite in Brentford kommt am nächsten Spieltag der FC Liverpool ins Old Trafford.

Einzig der Blick in die Geschichtsbücher macht derzeit Hoffnung. Als United 1992 in der ersten Premier-League-Saison ebenfalls mit zwei Niederlagen startete, wurde am Ende der Meistertitel bejubelt.

(stja/SID)