Premier League: FC LIverpool und Manchester City in spannendem Titelkampf

Spannender Titelkampf in England : Jürgen Klopp träumt von nächsten großen Fußballmoment

Am letzten Spieltag kommt es in der englischen Premier League zum spannenden Fernduell zwischen Manchester City und dem FC Liverpool. Ein deutscher Brighton-Profi will Jürgen Klopp helfen und Pep Guardiola auf den letzten Metern stoppen.

Jürgen Klopp war vor dem spannenden Meisterschafts-Showdown der Premier League bestens gelaunt. Nach dem sensationellen 4:0-Sieg seines FC Liverpool gegen den FC Barcelona und dem Einzug ins Champions-League-Finale hofft der Trainer, dass seine Reds am Sonntag noch einmal jubeln dürfen. „Das war eine Woche voller großer Fußballmomente“, sagte Klopp am Freitag, „wenn es am Wochenende für uns noch einen großen Fußballmoment gäbe, wäre das schön. Die Woche ist noch nicht vorbei.“ Dabei grinste der 51-Jährige schelmisch. Im Fernduell mit Titelverteidiger Manchester City ist sein Team allerdings auf einen Patzer des Tabellenführers angewiesen.

Das berauschende Comeback gegen das Barça-Starensemble um Lionel Messi nach der 0:3-Pleite im Hinspiel hat zwar für euphorische Stimmung in Anfield gesorgt, die Ausgangslage ist vor dem dramatischen Liga-Finale aber unverändert. „Es ist immer noch schwierig, Meister zu werden“, betonte Klopp. „Das einzige, was wir tun können, ist das Spiel zu gewinnen.“ Gegen den starken Aufsteiger Wolverhampton Wanderers wird es aber nicht leicht. Der Tabellensiebte erwies sich in dieser Saison mehrfach als Favoritenschreck - auch für die Reds, die im FA Cup mit 1:2 bei den Wolves scheiterten.

Titelverteidiger Man City hat im Fernduell auswärts bei Brighton & Hove Albion die vermeintlich leichtere Aufgabe. Bei nur einem Punkt Vorsprung auf Liverpool müssen die Citizens aber unbedingt gewinnen. „Das wird ein harter Tag, das ist sicher“, sagte City-Stürmer Raheem Sterling, der mit 17 Liga-Toren maßgeblichen Anteil an einer weiteren überragenden Saison hat. Und Sterling stellte klar: „Wir wissen, dass Brighton nicht nur rumsitzen wird und uns Tore schießen lässt.“

Die Gastgeber sind alle Abstiegssorgen los und können zuhause befreit aufspielen. Schon am vergangenen Wochenende erwies sich Brighton als Spielverderber und machte mit dem 1:1 beim FC Arsenal die letzten Hoffnungen der Gunners auf einen Champions-League-Platz zunichte. Nun will der deutsche Seagulls-Kapitän Pascal Groß auch City stoppen.

„Ich bin Profi und will jedes Spiel gewinnen, egal gegen wen“, sagte Groß in dieser Woche dem „Kicker“. „Ich würde Jürgen Klopp zudem den Titel gönnen, weil er mit Liverpool eine Saison auf unfassbar hohem Niveau spielt.“ Der frühere Ingolstädter räumte ein, dass Man City in Brighton „haushoher Favorit“ ist. „Trotzdem wollen wir alles versuchen, um zu punkten.“ Klopp würde es seinem Landsmann danken.

Nach dem vorzeitigen wie bitteren Champions-League-Aus ist der Gewinn der Meisterschaft für Pep Guardiola quasi Pflicht. Der Druck liegt also bei Man City. Zuletzt wirkte der Trainer beinahe dünnhäutig. Nach dem glücklichen 1:0-Sieg bei Leicester City am Montag versuchte er, seine Mannschaft zum Underdog zu erklären. „Viele Leute, die Medien haben erwartet, dass Liverpool den Titel am Ende gewinnt“, sagte Guardiola beim Radiosender talkSPORT und unterstellte einen angeblichen „Wunsch“ der Medien, dass die Reds triumphieren. „Tut mir leid für diese Leute, dass es in unserer Hand liegt.“

Seine Aussage sorgte in einigen britischen Medien für Unverständnis und Verärgerung, galt City doch fast die gesamte Saison als Favorit. „Auch als Liverpool mit sieben Punkten Vorsprung vor den Rivalen an der Tabellenspitze stand, wurde noch nicht "erwartet", dass sie den Titel gewinnen“, widersprach das Fußballportal „Goal“. Schließlich gab es immer wieder Zweifel daran, dass Klopps Elf, die bei Man City die einzige Niederlage in dieser Premier-League-Saison kassierte, bis zum Schluss mit dem Meister mithalten kann.

Sollten beide Teams ihre Spiele gewinnen, würde Manchester City die Saison als Champion mit 98 Punkten abschließen. Liverpool hätte 97 Zähler und damit mehr als jeder Premier-League-Meister zuvor - mit Ausnahme von City, das in der letzten Saison erstmals die 100-Punkte-Marke erreichte. Dass die Meisterschaft am letzten Spieltag entschieden wird, ist ein würdiger Abschluss einer der spannendsten Meisterschaftskämpfe in England seit Jahren. Den Titel hätten Guardiola und Klopp gleichermaßen verdient. Jubeln kann am Ende aber nur einer.

(lt/dpa)
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