Rückkehr nach Raubüberfall: Özil vor Saisondebüt gegen Liverpool

Rückkehr nach Raubüberfall : Özil vor Saisondebüt gegen Liverpool

Mesut Özil könnte im Topspiel am Samstag zwischen dem FC Liverpool und dem FC Arsenal sein Saisondebüt nach einer turbulenten Vorbereitung feiern. Doch ein Gerücht um einen Wechsel in die USA hält sich hartnäckig.

Ein Emoji-Fußball und ein rotes Herz, dazu das Wort "Fokus" und ein Bild von sich im Training - mit seiner jüngsten Nachricht auf Instagram ließ Mesut Özil seine 20 Millionen Follower wissen, wie sehr er sich über seine Rückkehr auf den Rasen freut. Das geliebte Spiel mit dem Ball soll ihn zurück zur Normalität führen, nachdem die vergangenen Wochen mit einem versuchten Raubüberfall und einer Erkrankung den Weltmeister von 2014 heftig zugesetzt hatten.

Im Spitzenspiel am Samstag (18.30 Uhr/Sky) beim FC Liverpool mit Teammanager Jürgen Klopp könnte der Spielmacher des FC Arsenal sein Saisondebüt feiern. Es sei denn, die Spekulationen um einen Wechsel in die nordamerikanische Profiliga MLS zu DC United in Washington sind mehr als nur ein Gerücht. Weil DC-Kapitän Wayne Rooney zu Zweitligist Derby County gewechselt ist, ist dort die Rolle des Superstars und Großverdieners frei geworden. Medienberichten zufolge gab es bereits Gespräche zwischen den Özil-Beratern und der Klubführung.

Eine "Flucht" von der Insel käme nicht mehr überraschend, zumal Özil unter Arsenal-Teammanager Unai Emery nicht unantastbar ist. "Er hat normal mit dem Team trainiert, er muss fit sein", sagte Emery über die Einsatzchancen des 30-Jährigen gegen Liverpool: "Das ist der erste Schritt, und danach kann er uns mit seinen Fähigkeiten helfen."

Es gilt aber als offenes Geheimnis, dass Emery auf die kreativen Momente der klassischen Zehn weniger Wert legt als sein Vorgänger Arsene Wenger. Emery bevorzugt ein System, das auf schnelle und explosive Außenbahnspieler ausgelegt ist. Die zentralen Spieler müssen vor allem Defensivaufgaben verrichten - und das ist nicht Özils Stärke.

Durch die umgerechnet 170 Millionen Euro, die Arsenal in diesem Sommer für neue Spieler ausgegeben hat, sind Özils Chancen auf einen Stammplatz weiter gesunken. Doch bei den Gedankenspielen um seine Zukunft spielen nicht nur sportliche Aspekte eine Rolle. Der versuchte Raubüberfall Ende Juli auf ihn, seine Frau Amine und Teamkollege Sead Kolasinac dürfte Spuren hinterlassen haben.

Dem Augenzeugen Azuka Alintah zufolge habe Özil "völlig verängstigt" gewirkt, während Kolasinac schon kurze Zeit später prahlte: "Mit mir macht man so etwas nicht. Ich habe die Angreifer in die Flucht geschlagen und meinen Mann gestanden." Der Linksverteidiger lief bereits vor einer Woche gegen den FC Burnley (2:1) wieder auf, Özil fehlte wegen einer Erkrankung.

Nach dem Überfall wurden zwei Personen vor Özils Anwesen festgenommen und in den Medien berichtet, die beiden Gunners seien in einen Londoner Bandenkrieg geraten. Seitdem hat sich der ohnehin öffentlichkeitsscheue Özil noch stärker zurückgezogen, der Telegraph bezeichnete sein Haus im Norden Londons als "luxuriösesten Käfig der Hauptstadt".

Für Özil heißt es jetzt: Fliehen oder bleiben? Seit sechs Jahren trägt er das Trikot der Gunners, bei den meisten englischen Fans genießt der Edeltechniker einen besseren Ruf als in Deutschland, wo er sich mit dem Erdogan-Foto und der Abrechnung bei seinem Rücktritt aus der Nationalmannschaft viele Sympathien verspielt hat. Doch auch auf der Insel wird der Druck größer.

"Wenn du in Anfield spielst", schrieb ein Fan als Kommentar unter dem Özil-Post in Instagram, "will ich die beste Version von Mesut Özil sehen, die es gibt. Zeig den Kritikern, dass sie falsch liegen. Auf geht's!"

(SID/cbo)
Mehr von RP ONLINE