Deutsches Nachwuchstalent in London: Gedion Zelalem träumt vom Durchbruch bei Arsenal

Deutsches Nachwuchstalent in London: Gedion Zelalem träumt vom Durchbruch bei Arsenal

Deutsche Fußballer sind im Ausland wieder angesagt. Immer mehr deutsche Legionäre tummeln sich in den Eliteligen Englands, Italiens oder Spaniens. Alleine beim FC Arsenal stehen gleich fünf Deutsche unter Vertrag. Neben den gestandenen Nationalspielern Lukas Podolski und Per Mertesacker sind es drei Talente, die auf ihren Durchbruch in der Premier League hoffen. Der Jüngste von ihnen ist gerade einmal 16 Jahre alt und gilt als neuer Cesc Fabregas.

Deutsche Fußballer sind im Ausland wieder angesagt. Immer mehr deutsche Legionäre tummeln sich in den Eliteligen Englands, Italiens oder Spaniens. Alleine beim FC Arsenal stehen gleich fünf Deutsche unter Vertrag. Neben den gestandenen Nationalspielern Lukas Podolski und Per Mertesacker sind es drei Talente, die auf ihren Durchbruch in der Premier League hoffen. Der Jüngste von ihnen ist gerade einmal 16 Jahre alt und gilt als neuer Cesc Fabregas.

Die Rede ist von Gedion Zelalem. Noch nie gehört? Ist nicht weiter schlimm, dürfte sich aber in naher Zukunft ändern. Denn der erst 16 Jahre alte Mittelfeldspieler gilt als die Entdeckung der Asien-Tour Arsenals, glänzte mehrfach als Vorbereiter und überzeugte durch kluge Pässe im Spielaufbau. Teammanager Arsene Wenger ist voll des Lobes, wenn er über den deutschen U16-Nationalspieler spricht: "Er ist ein junger Spieler, der sich sehr gut entwickelt. Die Vorbereitung hilft mir, Spieler wie ihn unter Wettbewerbsbedingungen zu testen und ihnen dadurch zu zeigen, was es bedeutet, Fußball auf Top-Niveau zu spielen. Er verbessert sich enorm schnell, macht große Fortschritte. Das ist gut für ihn."

Bewegtes Leben

Zelalems Vater flüchtete 1990 aus Äthiopien und beantragte in Deutschland politisches Asyl. Am 26. Januar 1997 kam der Sohnemann in Berlin zur Welt. In der deutschen Hauptstadt wurde er auch fußballerisch in Herthas Jugendabteilung ausgebildet. 2007 zog die Familie in die USA. Mit 14 Jahren absolvierte der talentierte Junior bei Arsenal ein zehntägiges Probetraining und wusste dabei zu gefallen. Man einigte sich darauf, dass er mit 16 Jahren nach England übersiedelte. Zelalem wäre theoretisch für drei Nationen spielberechtigt, US-Trainer Jürgen Klinsmann soll bereits ein Auge auf ihn geworfen haben, doch Zelalems Vater wünscht sich, dass sein Sprößling für Deutschland spielt. Der "Washington Post" sagte er: "Ich bin Deutschland dankbar. Ich will, dass er für das Land spielt, das mir geholfen hat. Das ist mein großer Traum."

Nach seinen starken Auftritten in Asien steht er bei Arsenal-Fans und britischen Journalisten gleichermaßen hoch im Kurs. Viele Beobachter vergleichen ihn von der Spielanlage mit dem spanischen Welt- und Europameister Cesc Fabregas vom großen FC Barcelona, der auch unter Wenger im Norden Londons den Durchbruch schaffte. Doch der französische Trainer, der bekannt dafür ist, mit jungen Talenten zu arbeiten, will Zelalem nicht verheizen. Der Teenager soll in Arsenals U21-Reserve reifen und behutsam an den Profi-Fußball herangeführt werden. Doch manchmal geht so etwas schneller als erwartet, auch Fabregas gab mit 16 Jahren sein Debüt bei den Profis der "Gunners".

Vielversprechende Ansätze

Schaut man sich Zelalems Auftritte im Arsenal-Trikot beim Videoportal Youtube an, fallen sofort seine ansatzlosen tödlichen Pässe auf. Er schüttelt diese technisch anspruchsvollen Bälle mit einer Leichtigkeit und Selbstverständlichkeit aus dem rechten Fußgelenk, dass man sich kaum vorstellen kann, dass dieser Spieler erst 16 Jahre alt sein soll. Er erahnt die Laufwege seiner Mitspieler und es gelingt ihm oft, den Ball genau in die Schnittstelle der gegnerischen Vierkette zu spielen.

Doch es ist auch deutlich erkennbar, dass Zelalem noch weit davon entfernt ist, ein kompletter Spieler zu sein. Seine Technik und Ruhe am Ball sind beeindruckend, doch er trifft noch oft die falschen Entscheidungen, trennt sich im Mittelfeld zu spät vom Ball, spielt nicht den richtigen Pass und benutzt fast bei jeder Aktion nur den rechten Fuß. Auch körperlich muss der Youngster noch zulegen, will er in der englischen Premier League bestehen. Das weiß er selbst. Bei einer Fragerunde auf Twitter antwortete er mit "Kraft" auf die Frage, was er an seinem Spiel verbessern will.

Doch Zelalem ist nicht der einzige deutsche Nachwuchsspieler, der davon träumt, bald an der Seite der Nationalspieler Podolski und Mertesacker in der Profi-Mannschaft Arsenals zu spielen. Der 18 Jahre alte Serge Gnabry und der 20-jährige Thomas Eisfeld komplettieren Arsenals Quintett aus Deutschland. Podolski twitterte bei einer Dienstreise mit dem FC Arsenal in der Sommervorbereitung ein Foto der deutschen Spieler aus dem Flugzeug mit dem Hinweis: "The Germans on tour". Entwickelt sich Zelalem weiter im Eiltempo, könnte er dauerhaft zu der Reisegruppe der Profis gehören.

(can)