FC Liverpool demütigt FC Arsenal: Hohn und Spott für Özil — Wenger stürzt

Liverpool demütigt Arsenal : Hohn und Spott für Özil — Wenger stürzt

Frust und Ratlosigkeit prägte die Atmosphäre beim FC Arsenal nach der 1:5-Pleite beim FC Liverpool und Verlust der Tabellenführung in der englischen Premier League. Im Fokus der Kritik stand unter anderem Mesut Özil.

Hohn und Spott über Mesut Özil, ein Sturz mit Symbolcharakter von Arsene Wenger: Der Teamchef des FC Arsenal landete spektakulär auf dem Allerwertesten, alle Viere von sich gestreckt, die Koffer noch in den Händen, ausgerutscht auf den Fliesen im Liverpooler Bahnhof an der Lime Street. So zu sehen auf den Fotos in den Sonntags-Zeitungen. Wenige Stunden zuvor erlebte der 64-Jährige den peinlichen Sturz seiner Mannschaft von der Tabellenspitze der Premier League.

Dem 1:5 (0:4) beim FC Liverpool und Malheur des Franzosen auf dem Bahnhof, folgte bittere Häme für den 50 Millionen Euro teuren Özil, der kaum in Erscheinung trat und sich am Samstag als ideales Opfer des britischen Humors anbot. Prompt verbreitete die BBC den gefakten Umschlag eines Kinderbuches mit dem vielsagenden Titel "Wo ist Özil"? Der deutsche Nationalspieler ist dort mit einer Zipfelmütze auf einer Briefmarke zu sehen.

Özil, der in der 60. Minute völlig emotionslos den Platz verließ, stand im Fokus der harschen Kritik. "Trostlos und desinteressiert" bezeichnete der Independent den Auftritt des Mittelfeldspielers. Der könne nur groß auftrumpfen, wenn seine Mannschaft 2:0 führen würde, hieß es. Oft lauffaul und derzeit ohne Impulse wurde der einstige Königliche von Real Madrid beschrieben. Seinen letzten Treffer hatte Özil am 8. Dezember (1:1 gegen den FC Everton) erzielt.

Doch Wenger hatte noch mehr Schwachpunkte ausgemacht. Die Demontage seines Teams dürfte am Ende nachhaltiger geschmerzt haben, als sein Ausrutscher im Bahnhof. Völlig fassungslos und mehrfach kopfschüttelnd zeigten ihn die Fernsehkameras während der Begegnung an der legendären Anfield Road auf seiner Bank sitzen.

Denn die Entscheidung fiel innerhalb von 18:25 Minuten. Der Slowake Martin Skrtel (1. und 10.), Raheem Sterling (17.) und Daniel Sturridge (20.) stellten die Weichen schon frühzeitig auf Sieg. Schon zur Halbzeit hätten die Reds ein halbes Dutzend Treffer erzielen können.

Sowohl Per Mertesacker als auch Özil bereiteten mit dilettantischen Patzern zwei Treffer der Gastgeber vor. Auch beim 0:5 durch Sterling (52.) wirkte Mertesacker völlig überfordert. "Wir waren ganz schwach - defensiv, offensiv. Sie konnten die Tore in Zeitlupe erzielen", kritisierte Wenger. Torschüsse seiner Mannschaft in der ersten Halbzeit: Fehlanzeige.

"Wie eine Abrisskugel"

"Liverpool fegte wie eine Abrisskugel durch die Reihen der Gunners", schrieb der Sunday Mirror. Die Begriffe "Demütigung" und "Prügel" zogen sich am Samstag wie ein roter Faden durch die Berichterstattung über die Demontage von Arsenal.

"Ich hätte schon zur Halbzeit die meisten Spieler auswechseln können. Vielleicht ist es jedoch besser, nicht viel zu reden, sondern einfach nach Hause zu gehen und die Dinge auf dem Spielfeld am Mittwoch zu korrigieren", meinte Wenger mit Blick auf das Heimspiel am Mittwoch gegen Manchester United.

Zwei Spiele hat Wenger vor dem Achtelfinal-Hinspiel der Champions League gegen Bayern München (19. Februar) Zeit, um seine Stars wieder auf Kurs zu bringen. Denn nach dem Duell mit ManU steht das Wiedersehen im FA-Cup mit Liverpool (16. Februar) auf dem Plan.

Den Tabellenvierten Liverpool trennen nach ihrem Kantersieg nur noch sechs Punkte von Spitzenreiter FC Chelsea, der die Gunst der Stunde mit einem 3:0 (2:0) gegen Newcastle United nutzte, wobei Andre Schürrle 85 Minuten lang nur Zuschauer war. Denn auch Manchester City kam bei Norwich City nicht über ein 0:0 hinaus und rutschte auf den dritten Platz ab.

Doch Arsenal hat sich nicht aufgegeben, will sich auch durch den Rückschlag in Liverpool nicht beirren lassen. Ebenso wenig wie Wenger bei seinem Sturz, nach dem er sich sofort mit schmerzverzerrtem Gesicht aufrappelte, sich kurz sein Hinterteil rieb und sich schnurstracks auf den Weg zum Zug nach London machte - vielleicht auch eine Szene mit Symbolcharakter.

Hier geht es zur Bilderstrecke: FC Liverpool düpiert FC Arsenal

(sid)
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