FC Chelsea: Maurizio Sarri wird Nachfolger von Antonio Conte

Italiener übernimmt Premier-League-Klub: Maurizio Sarri wird Nachfolger von Conte beim FC Chelsea

Er begann seine Karriere als Teilzeit-Trainer in der Provinz, nun coacht Maurizio Sarri erstmals einen Top-Club außerhalb Italiens. Beim FC Chelsea folgt er auf Antonio Conte. Die Erwartungen sind hoch, auch wenn Sarri bislang in Italien nicht nur positiv auffiel.

Der Italiener Maurizio Sarri wird neuer Trainer des Premier-League-Klubs FC Chelsea und damit Nachfolger seines Landsmanns Antonio Conte. Der 59-Jährige unterschrieb bei den Blues einen Dreijahresvertrag. „Ich bin sehr glücklich. Das ist ein spannendes neues Kapitel meiner Karriere“, sagte Sarri, der zuletzt drei Jahre lang den Serie-A-Klub SSC Neapel trainiert hatte.

Der FC Chelsea hatte am Freitag nach zwei Jahren die Trennung von Antonio Conte bekanntgegeben. Der 48-Jährige war mit dem englischen Spitzenklub in seiner ersten Saison Meister geworden und hatte im zweiten Jahr den FA Cup gewonnen. In der Liga verpassten die Londoner als Fünfter die Qualifikation für die Champions League.

Jorginho folgt Sarri nach England

Zwischen Conte und dem Klub hatte es immer wieder Diskussionen über die Transferpolitik gegeben. Wenige Stunden nach der Verpflichtung Sarris präsentierte Chelsea am Samstag bereits den ersten Neuzugang für die neue Saison: Der italienische Nationalspieler Jorginho folgt Sarri aus Neapel nach London und erhält einen Fünfjahresvertrag.

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Sarri war in Neapel nach dem Gewinn der Vize-Meisterschaft in der vergangenen Saison durch den Ex-Bayern-Coach Carlo Ancelotti ersetzt worden. Der als eigensinnig geltende Süditaliener hatte vor seiner Zeit in Neapel vor allem kleinere italienische Clubs trainiert. „Wir freuen uns, dass Maurizio seine Fußball-Philosophie zu Chelsea bringt“, sagte Clubdirektorin Marina Granovskaia. „Er hat sehr viel Erfahrung in der Serie A und in der Champions League gesammelt.“

In Neapel überzeugte Sarri zuletzt mit Offensivfußball. Sein Team lieferte sich in der abgelaufenen Saison lange einen Zweikampf mit Juventus Turin im die italienische Meisterschaft, am Ende blieb aber nur Rang zwei. „Neapel hat unter ihm mit den spannendsten Fußball in Europa gespielt und durch seinen Offensivansatz und seine Dynamik beeindruckt“, schwärmte Granovskaia. „Seine Trainingsmethoden haben die Spieler unter ihm enorm verbessert.“

Sarri, der meist mit Trainingsanzug und Zigarette im Mundwinkel coacht, begann seine Karriere als Teilzeit-Coach in der Provinz. Zunächst arbeitet er als Bankangestellter und war nach Feierabend Amateur-Trainer. Der FC Chelsea ist sein erster Top-Club außerhalb Italiens. In seiner Heimat fiel Sarri nicht nur durch seinen Fußball-Sachverstand auf. Mit homophoben und frauenfeindlichen Äußerungen sorgte er für Eklats und stand immer wieder in der Kritik.

(old/dpa)