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Drei Tore für Chelsea gegen United: Eto'o glänzt als "Killer in der Box"

Drei Tore für Chelsea gegen United : Eto'o glänzt als "Killer in der Box"

Samuel Eto'o geriet in den vergangenen Jahren sportlich beinahe in Vergessenheit. Nun schoss sich der Chelsea-Angreifer mit drei Toren gegen Manchester United zurück in den Kreis der Topstürmer.

Sportlich war von Samuel Eto'o fast gar nichts mehr zu hören. In Russland scheffelte der alternde Stürmerstar zwar unfassbar viel Geld, Ruhm gab's in den beiden Jahren bei Anschi Machatschkala aber wenig. Und dann, nach der Rückkehr in den europäischen Top-Fußball zum FC Chelsea im Sommer, gelang Eto'o kaum noch etwas. Bis Sonntag!

Mit einer fulminanten Drei-Tore-Gala beim 3:1 (2:0) gegen Meister Manchester United meldete sich Kameruns Nationalheld in den Kreis der Topstürmer zurück und nährte ganz nebenbei die Hoffnungen der Chelsea-Fans auf den ganz großen Coup: Den Gewinn des Triples — so wie 2010 zusammen mit Teammanager Jose Mourinho bei Inter Mailand.

"Scheint so, als wenn Eto'o zurück ist", sagte Mourinho, der seinen 100. Premier-League-Sieg als Chelsea-Coach feierte. In seiner typischen Art begründete der extrovertierte Portugiese zugleich noch die überraschende Aufstellung seines "Ziehsohns": "Ich habe gefühlt, dass Samuel zu diesem Spiel passen wird." Im Sommer, als Mourinho nach London zurückgekehrt war, holte er trotz eines Überangebotes in der Offensive den 32-Jährigen aus Russland.

Bei Anschi war Eto'o mit einem Nettogehalt von 20 Millionen Euro zwar zwei Jahre lang der bestverdienende Fußball-Profi der Welt, seine 25 Tore in 53 Spielen interessierten aber kaum jemanden in Europa. Trotz der Wiedervereinigung mit Mourinho gelangen dem 115-maligen Nationalspieler Kameruns, viermal Afrikas Fußballer des Jahres, vor Sonntag nur drei magere Liga-Tore in dieser Saison.

Gegen den kriselnden Meister ManUnited bewies Eto'o jedoch eindrucksvoll, dass er nichts verlernt hat. Beim ersten Treffer (17.) zog er nach einem Übersteiger unwiderstehlich in die Mitte und schlenzte ins lange Ecke, bei den beiden weiteren Toren (45./49.) offenbarte er seine Stärke im Strafraum. Mourinho sprach vom "Killer in der Box", den er schon "seit vielen Jahre" kenne.

Auf diesen Killerinstinkt hofft auch Volker Finke hinsichtlich der WM 2014 in Brasilien. In erfolgreicher Geheimdiplomatie hatte der deutsche Nationaltrainer der "unzähmbaren Löwen" seinen Superstar zum Rücktritt vom Rücktritt überredet und auch dank der Hilfe seines Kapitäns Eto'o die Endrunden-Teilnahme perfekt gemacht.

Die Launen des ehemaligen Torjägers des FC Barcelona (130 Treffer in 200 Pflichtspielen) sind jedoch berüchtigt. Aber er setzt sich für die Interessen des Teams ein. Im Jahr 2011 war er sogar Rädelsführer eines Spielerstreiks, als die Profis ausstehende Prämienzahlungen vehement vom Verband eingefordert hatten.

Für 15 Spiele wurde der pfeilschnelle Angreifer damals aus dem Verkehr gezogen. Im September des vergangenen Jahres hatte Eto'o nach einem Qualifikationsspiel gegen Libyen (1:0) noch in der Kabine seinen Rücktritt erklärt. Doch Finke überredete ihn, beendete damit die Posse - und Eto'o sprach: "Wir haben eine Aufgabe für das Land zu erfüllen."

(sid)