Cristiano Ronaldo: Offenbar keine Anklage wegen vermeintlicher Vergewaltigung

Fußball-Superstar : Keine Anklage gegen Ronaldo wegen vermeintlicher Vergewaltigung

Eine Frau beschuldigt Cristiano Ronaldo, sie vor neun Jahren vergewaltigt zu haben. Der Superstar muss aber offenbar keine strafrechtlichen Konsequenzen fürchten. Laut der Staatsanwaltschaft wird keine Anklage gegen den 34-Jährigen erhoben.

Cristiano Ronaldo stemmte scheinbar mühelos zwei Hanteln in die Höhe und betrachtete seinen gestählten Körper selbstbewusst im Spiegel. Nur wenige Stunden nach dem Schlussstrich unter die Vergewaltigungsaffäre schuftete der Superstar mit seinen Teamkollegen von Juventus Turin schon wieder im Kraftraum im chinesischen Nanjing, wo sich der italienische Serienmeister auf die nächsten Spiele der Asien-Tour vorbereitet.

Auch wenn sich der fünfmalige Weltfußballer zunächst mit Kommentaren zurückhielt, dürfte die Erleichterung groß gewesen sein. Die Vorwürfe der US-Amerikanerin Kathryn Mayorga, der Portugiese habe sie am 13. Juni 2009 in einem Hotelzimmer in Las Vegas vergewaltigt, werden kein juristisches Nachspiel haben. Die Staatsanwaltschaft im Bundesstaat Nevada wird aus Mangel an Beweisen keine Anklage erheben, wie am Montagabend bekannt wurde.

Das Ansehen des Superstars hatte wegen der Affäre weltweit großen Schaden genommen, die Aktie seines Klubs Juventus Turin war im vergangenen Jahr sogar um fast zehn Prozent auf 1,19 Euro abgestürzt. Ronaldos große Sponsoren, der US-Sportartikelriese Nike und der Videospielentwickler EA Sports, hatten sich besorgt gezeigt und angekündigt, den Fall genau zu verfolgen. Nike hatte 2016 einen geschätzt eine Milliarde Dollar (rund 870 Millionen Euro) schweren Werbevertrag mit "CR7" abgeschlossen.

Der mögliche Verlust von großen Werbepartnern ist für Ronaldo nun endgültig vom Tisch. Die Staatsanwaltschaft in Clark County (Nevada) erklärte, es könne "nicht zweifelsfrei nachgewiesen werden", dass es "zu einem sexuellen Übergriff gekommen" sei.

Das ehemalige Model Mayorga hatte bereits kurz nach dem angeblichen Vorfall vor zehn Jahren Anzeige erstattet und war ärztlich untersucht worden. Mayorga hatte damals angegeben, sie habe später für eine Zahlung von 375.000 Dollar einem Verzicht auf weitere rechtliche Schritte und einer Schweigevereinbarung zugestimmt.

Im vergangenen Jahr erneuerte die heute 35-Jährige ihre Vorwürfe, nach Aussagen ihrer Anwältin wurde sie durch die Enthüllungen der #MeToo-Bewegung ermutigt. Der Fall wurde trotz des Ablaufs von mehr als neun Jahren wieder aufgenommen. Doch erneut konnte dem Europameister von 2016 kein Fehlverhalten nachgewiesen werden.

Ronaldo hatte die Vorwürfe stets bestritten. "Ich weiß, wer ich bin und was ich getan habe. Die Wahrheit wird irgendwann herauskommen", hatte der Ausnahmespieler zuletzt noch französischen Medien gesagt. Wie der Weltstar weiter erklärte, hätten die Vorwürfe ihm und seiner Familie enorm geschadet. Zudem beschuldigte er Mayorga, sie wolle auf seine Kosten berühmt werden.

Ronaldo war wenige Wochen nach dem vermeintlichen Vorfall im Jahr 2009 für die damalige Rekordsumme von 94 Millionen Euro von Manchester United zu Real Madrid gewechselt. Mit den Madrilenen gewann der Stürmer viermal die Champions League, einmal hatte er sich zuvor mit Manchester United in Europas wichtigem Klubwettbewerb durchgesetzt.

2018 verließ Ronaldo die Königlichen und schloss sich für eine Ablöse von mehr als 100 Millionen Euro Juventus Turin an. Dort ist er auch Mitspieler der früheren deutschen Nationalspieler Sami Khedira und Emre Can. Mit dem italienischen Rekordmeister befindet sich der 34-Jährige derzeit auf einer Asientour, in dessen Rahmen noch zwei Testspiele auf dem Programm stehen. Am 24. Juli geht es in Nanjing gegen den Liga-Rivalen Inter Mailand, am 26. Juli kommt es zu einem Testspiel gegen eine südkoreanische Auswahl in Seoul.

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(eh/sid)
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