1. Sport
  2. Fußball
  3. International

Ballon d’Or: Lionel Messi, Cristiano Ronaldo, Robert Lewandowski - wer hat die besten Chancen?

Messi, Lewandowski, Kjaer : Diese Spieler haben die besten Chancen auf den Ballon d’Or

Neben Rekordsieger Lionel Messi sind auch zwei Bundesligastars für den Ballon d’Or, also den Fußballer des Jahres, nominiert. Wir zeigen, wer sich Hoffnungen machen darf und wer unabhängig vom Wahlausgang der Gewinner ist.

Am 29. November 2021 wird der beste Fußballer des Jahres mit dem Ballon d’Or ausgezeichnet. Die Preisverleihung, die unter anderem von Didier Drogba moderiert wird, findet um 20:30 Uhr in Paris im Theatre du Chatelet statt.

Damit hat der argentinische Rekordpreisträger Lionel Messi keine weite Anreise. Sechsmal hat Messi, der in diesem Sommer zu Paris-Saint-Germain wechselte, die Trophäe bereits gewonnen und auch in diesem Jahr steht er in der Liste der 30 nominierten Spieler. Zwar konnte der 34-jähige in der vergangenen Saison beim FC Barcelona nicht unbedingt glänzen, dafür gewann er in diesem Jahr mit Argentinien seinen ersten großen Titel, die Copa America. Er selbst sagt: „Letztlich haben auch die Titel großes Gewicht, ob du die Champions League gewonnen hast, die EM, die Copa America.“

In einem Interview mit dem Magazin „France Football“ verriet Messi, dass er für seine Pariser Mannschaftskollegen Neymar und Kylian Mbappe stimmen würde. Er lobte allerdings auch weitere Spieler, darunter einen aus der Bundesliga: „Danach gibt es Spieler auf individuellem Niveau, die eine große Saison gespielt haben, wie Lewandowski.“

Robert Lewandowski hat bereits die Wahl zum Weltfußballer von der Fifa gewonnen. Sein Trainer Julian Nagelsmann würde ihm eine weitere Ehrung wünschen: „Den Ballon d'Or hätte er verdient - und in meinen Augen muss er die Auszeichnung auch gewinnen, da er in den letzten drei Jahren so unglaublich konstant wie im Grunde kein anderer gespielt hat.“ Es kommt bei der jährlichen Auszeichnung, die im vergangenen Jahr ausgefallen war, zwar nicht auf Konstanz an, dafür hat der Bayern-Stürmer jedoch mit seinem Torrekord in der Bundesliga gezeigt, in welcher Verfassung er sich momentan befindet.

Ähnlich ergeht es Karim Benzema. Der Stümer von Real Madrid erlebt momentan seinen dritten Frühling. In der Nations League traf er sowohl im Halbfinale gegen Belgien als auch sehenswert im Finale gegen Spanien. Zudem erzielte er in der spanischen Liga bereits neun Tore in acht Spielen. Für den Franzosen wäre die Auszeichnung der Fachzeitschrift France Football die Erfüllung eines "Kindheitstraums", wie er der Sportzeitung AS verriet. Die Nominierung ist für den 33-Jährigen Vergnügen und Ansporn zugleich: Einerseits sei es immer eine Freude, auf der Liste der Top 30 zu stehen, andererseits werde er den Sieg beim Ballon d'Or in großen Spielen im Hinterkopf haben.

  • Der Däne Simon Kjaer könnte Weltfußballer
    Neben Messi, Lewandowski und Co. : Däne Simon Kjaer überraschend Kandidat für Ballon d'Or
  • Porträt : Das ist Lionel Messi
  • Fotos : Das ist Cristiano Ronaldo

Auch Cristiano Ronaldo blüht nach seinem Wechsel zu Manchester United voll auf, in seinem ersten Spiel gegen Newcastle erzielte er prompt einen Doppelpack. Mit einem weiteren Gewinn des Ballon d’Or würde der Portugiese mit Lionel Messi gleichziehen. Die Chancen dafür stehen allerdings nicht sonderlich gut, denn er konnte in der vergangenen Spielzeit weder mit Juventus Turin noch mit der portugiesischen Nationalmannschaft überzeugen.

Anders sieht es bei Jorginho aus. Der Mittefeldstratege gewann 2021 mit dem FC Chelsea die Champions League und mit Italien die Europameisterschaft. Zudem wurde er in diesem Jahr zu Europas Fußballer des Jahres gewählt. Da die Bewertungen häufig nach Titeln ausfallen, gilt der 29-Jährige als einer der Top-Anwärter auf die Auszeichnung.

Neben ihm sind weitere vier italienische Europameister für die Wahl nominiert. Allerdings ist ein Titel sowohl für die Turiner Innenverteidiger Giorgio Chiellini und Leonardo Bonucci als auch für den Torhüter Gianluigi Donnarumma und den Jungspund Nicolo Barella nicht absehbar. Die beiden letzteren könnten ihre Chance in den nächsten Jahren bekommen.

Gleiches gilt für Phil Foden, Mason Mount, Pedri und natürlich Erling Haaland. Der 21-jährige Norweger erzielte in 67 Spielen für Borussia Dortmund 68 Tore, jedoch spielte der BVB im vergangenen Jahr international keine große Rolle und auch mit der Nationalmannschaft konnte Haaland keine Titel einfahren.

Ein starkes Zeichen könnte die Jury, bestehend aus Fachjournalisten aus der ganzen Welt, mit der Wahl von Simon Kjaer setzen. Der 32-jährige Innenverteidiger von AC Mailand gehört sportlich zwar nicht zur Weltspitze, dafür aber ganz sicher menschlich. Beim EM-Spiel von Dänemark gegen Finnland erlitt Kjaers Mitspieler Christian Eriksen einen Herzstillstand. Kjaer leistete instinktiv erste Hilfe, kümmerte sich um Eriksens Freundin und bildete mit seinem Team einen Schutzwall um den am Boden liegenden Eriksen. Mit der Wahl von Simon Kjaer könnte die Jury zeigen, dass es im Fußball um viel mehr, als Sport geht.