Spanien: Homosexueller Schiedsrichter hört wegen Beleidigungen auf

Anfeindungen aus dem Publikum: Homosexueller Schiedsrichter macht wegen Beleidigungen Schluss

Der Spanier Jesús Tomillero, homosexueller Fußballschiedsrichter, hat aufgrund von Anfeindungen aus dem Publikum sein Hobby aufgegeben. "Ich habe die Beleidigungen einfach nicht mehr ausgehalten", berichtete der 21-Jährige, der Spiele von Jugend- und Amateurmannschaften in der südspanischen Region Andalusien gepfiffen hatte.

Wie die Zeitung "El País" am Donnerstag berichtete, war Tomillero der einzige Referee im spanischen Fußball, der sich offen zu seiner Homosexualität bekannt hatte. "Das Schlimmste waren nicht die Beleidigungen, sondern dass andere Zuschauer auch noch darüber gelacht haben", sagte er. "Die Schiedsrichterei war mein Leben. Nun weiß ich auch nicht, was ich machen soll."

Tomillero ist von Beruf Kellner und Mitglied der Jugendorganisation der konservativen Volkspartei des spanischen Ministerpräsidenten Mariano Rajoy. Im März habe er den Zeugwart eines Vereins wegen homophober Äußerungen angezeigt, berichtete er der Zeitung. Daraufhin habe er aufmunternde Zuschriften von Rajoy und vom Chef der Linkspartei Podemos (Wir können), Pablo Iglesias, erhalten.

(dpa)