Schottische Premiership: Faustschlag und Münzwurf überschatten Derby in Edinburgh

Skandal in der schottischen Premiership : Faustschlag und Münzwurf überschatten Derby in Edinburgh

Das Derby im schottischen Edinburgh zwischen Heart of Midlothian und Hibernian Edinburg endete torlos. Dennoch wird das Spiel wohl einen Platz in der Geschichte bekommen. Der Grund dafür ist jedoch unrühmlich.

Ann Budge war nach dem Spiel bedient. „Das ist eine riesen Enttäuschung“, sagte die Besitzerin des schottischen Premiership-Klubs Heart of Midlothian aus Edinburgh nach dem Derby gegen Hibernian Edinburgh.

Und damit meinte sie nicht das torlose Unentschieden der beiden Lokalrivalen, das mit einem nicht gegebenen Tor in der Nachspielzeit für die Hearts endete. Sondern das Verhalten der Fans beider Seiten. Insgesamt gab es am Mittwochabend fünf Festnahmen. Immer wieder flogen Gegenstände auf das Spielfeld. Ein Fan der Hibs hatte Hearts-Keeper Zdenek Zlamal ins Gesicht geboxt, ein anderer warf Hibs-Trainer Neil Lennon mit einer Münze ab. Beide Leidtragenden begleiteten die Aktionen mit entsprechender Theatralik.

Zlamal wollte hinter seinem Tor den Ball von der Bande holen, als ein Fan mit der Faust in seine Richtung schlug. Der Keeper fiel zu Boden und hielt sich das Gesicht, konnte aber nach kurzer Zeit wieder aufstehen und streckte ironisch beide Daumen in Richtung Kurve.

Lennon wurde wahrscheinlich von einer Münze am Kinn getroffen, als er das nicht gegebene Tor für die Hearts in der Nachspielzeit wie einen eigenen Treffer feierte. Auch er fiel zu Boden, sofort eilten die Ärzte zu ihm. Er trug keine Verletzungen davon. Für Lennon war es schon der zweite Vorfall im Tynecastle Park. Schon 2011 wurde er als Trainer von Celtic Glasgow von einem Fan der Hearts attackiert.

Aber auch die Schiedsrichter mussten ordentlich einstecken. Ein Mann wurde verhaftet, weil er einen Linienrichter attackiert hatte. Die schottische Polizei prüft nun die neuen Vorfälle.

„Alles, was wir jetzt tun können ist, die Bilder der Überwachungskamera zu analysieren, um die Täter zu identifizieren“, sagte Budge und zeigte sich erfreut, dass andere Fans bei den Krawallen eingeschritten sind. „Der Großteil der Fans will diese Dinge nicht im Stadion sehen und wir müssen sie ermutigen, uns bei der Identifizierung der Täter zu helfen“, ergänzte Budge.

Auch Hearts-Trainer Craig Levein verurteilte die Vorkommnisse und bezeichnete die Täter als „Feiglinge“.

(lt)
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