Gianluigi Buffon verlässt Paris St. Germain nach nur einem Jahr

Torhüterlegende : Buffon verlässt PSG nach nur einem Jahr

Torwart Gianluigi Buffon verlässt nach nur einem Jahr den französischen Fußballmeister Paris St. Germain. Das könnte womöglich auch Auswirkungen auf die Zukunft von Kevin Trapp haben.

Gianluigi Buffon ist ein ganz besonderer Typ, das bewies er auch bei seinem Abschied von Paris St. Germain. Auf Instagram schrieb der Italiener nicht irgendwelche PR-typischen Dankesworte, er zitierte einen der erfolgreichsten Schriftsteller des 20. Jahrhunderts. "Ernest Hemingway hat geschrieben, dass man nur an zwei Orten auf der Welt glücklich leben kann: zu Hause und in Paris", schrieb die Torhüter-Ikone: "Ab heute gilt das auch für mich: Paris wird in gewisser Weise immer mein zu Hause bleiben."

Hemingways Meisterwerk lautet "Der alte Mann und das Meer", daran angelehnt könnte Buffons Karriere den Titel "Der alte Mann und das Mehr" tragen. Der 41-Jährige wird seinen im Sommer auslaufenden Vertrag bei PSG zwar nicht verlängern, doch das muss nicht das Ende seiner aktiven Laufbahn sein. Klopft bei Buffon ein Champions-League-Starter an, will der Weltmeister von 2006 laut Gazzetta dello Sport noch ein Jahr dranhängen. Denn dem Henkelpott jagt der ehemalige Welttorhüter seit 1997 vergeblich hinterher.

"Gigi wird nicht aufhören zu spielen", hatte sein Agent Silvano Martina am Mittwoch einem italienischen Radiosender gesagt. Einige Angebote soll es bereits geben, denn Buffons Abschied bei PSG hatte sich deutlich abgezeichnet. Spätestens als Trainer Thomas Tuchel für die kommende Saison eine Abkehr vom großen Rotationsprinzip im Tor erklärt hatte, standen die Zeichen auf Trennung. Zumal der um 15 Jahre jüngere Franzose Alphonse Areola erst kürzlich seinen Vertrag bis 2023 verlängerte.

"Es war eine Riesenehre, mit ihm zusammenzuspielen", sagte der deutsche Nationalspieler Julian Draxler am Donnerstag: "Jedes Mal, wenn man ihn in der Kabine getroffen hat, dachte man: 'Wow, da ist er!'". Der PSG-Profi wünschte Buffon genau wie Teamkollege Thilo Kehrer "alles Gute".

Buffon, der nach 17 Jahren bei Juventus Turin in Paris eine neue Herausforderung gesucht hatte, kam beim Hauptstadtklub in 25 Spielen zum Einsatz. Er wurde französischer Meister, doch in Erinnerung bleibt vor allem sein Patzer im Achtelfinale der Champions League gegen Manchester United bei einem Schuss von Marcus Rashford aus 30 Metern Entfernung.

"Buffon und sein Team sind verflucht", hatte Corriere dello Sport danach geschrieben. Die gleiche Zeitung berichtet nun über ein PSG-Interesse an Gianluigi Donnarumma. Für den 20-Jährigen von AC Mailand, der als legitimer Nachfolger Buffons im italienischen Nationalteam gilt, soll der Tuchel-Klub angeblich 50 bis 60 Millionen Euro bieten.

Spekulationen wie diese dürften auch Kevin Trapp beschäftigen. Der deutsche Nationaltorhüter gehört ab dem 1. Juli wieder offiziell zum PSG-Kader, nachdem er eine Saison an Eintracht Frankfurt verliehen war. Der Europa-League-Halbfinalist bemüht sich redlich um einen Kauf des Torhüters, doch womöglich wittert Trapp nach dem Buffon-Abgang neue Chancen auf einen Stammplatz bei PSG.

(ako/sid/dpa)
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