Ex-Spieler des FC Bayern München: Roque Santa Cruz so treffsicher wie nie

Meister in Paraguay : Roque Santa Cruz so treffsicher wie nie

Zehn Tore in vier Partien im Zeitraum von 15 Tagen: Der frühere Bayern-Profi Roque Santa Cruz erlebt als Meisterkapitän in Paraguay den x-ten Frühling.

Roque Santa Cruz steht bei den Fans in seinem Heimatland Paraguay ganz hoch im Kurs. Im Mercado 4, dem lärmenden Gewirr von populären Jahrmarktsständen im Herzen Asuncions, verkaufen sie bereits Silvesterknaller. Seit Sonntag auch "La Estrella Santa Cruz". Als Dank an den Ex-Bayern-Star, der Club Olimpia aus Asuncion am vergangenen Sonntag mit einem Doppelpack zur erneuten Meisterschaft geschossen hat.

Eigentlich heißt die beliebte Feuerwerksbombe "Fliegender Stern", doch die Händler erhoffen sich mit dem Wortwechsel mehr Absatz. Santa Cruz zündet jedenfalls auch mit 38 Jahren noch.

Ganz am Anfang stand ein Bubigesicht namens "Baby Gol" mit Killerinstinkt vor dem Fußballtor, als 17-Jähriger von den Bayern deshalb als zukünftiger Weltstar verpflichtet, in acht Jahren München eher ein uneingelöstes Versprechen geblieben, doch noch heute macht Roque Santa Cruz das, was ihn schon immer ausgezeichnet hat: Tore schießen.

Und nun mit 38 Lenzen auf dem Buckel, mehr als 22 davon im Profifußball. "Ich Roque", sang er einst im Hit der Sportfreunde Stiller. Nach den Bayern, England (Blackburn Rovers, Manchester City), Spanien (Betis Sevilla, FC Malaga) und Mexiko (Cruz Azul) seit 2016 selbst daheim in Paraguay ein Evergreen.

Am Sonntag holte sich dort Rekordmeister Olimpia seinen 44. Stern. Weil das Klub-Eigengewächs nach 0:2-Rückstand gegen Guarani, Rivale aus der Hauptstadt Asuncion, gleich zweimal traf, und damit den fehlenden Punkt zur Meisterschaft, der vierten in Folge, sicherte.

Der Kapitän mit der 24 auf dem Rücken (tief gläubig, in Anlehnung an das Mariahilf-Fest am 24. Mai) vollstreckte insgesamt zehnmal in den letzten vier Partien, in einem Zeitraum analog zum Oktoberfest. "Wenn das Feuer noch brennt, laufen die Dinge, als wären sie einem angeboren", betonte der Stürmer selber nach einer Erklärung für seinen x-ten Frühling suchend.

"Es gibt eigentlich kein Geheimrezept, außer auf sich selber aufzupassen", sagte der viermalige Vater und ewige Mädchenschwarm, der seinen weiblichen Fans mit der Heirat von Jugendliebe Giselle im Juli 2003 einen Korb gab, jüngst zur sportlichen Langlebigkeit, gestand aber auch vor versammelter Presse: "Es gibt Schmerzen, die ständig da sind. Dann musst du weiter laufen, und es geht wieder vorbei."

Zahlreiche Bänderrisse im Knie, dazwischen Probleme mit dem Meniskus, ab und an waren es die Sprunggelenke, einmal auch ein Mittelhandbruch, und, und, und. Da bleibt die Frage: Was hätte sein können? Vor allem, wenn er in München weniger phlegmatisch, mehr Latino gewesen wäre.

Nun sind es vor dem Saisonfinale am Sonntag gegen Sol de America aber schon 25 Ligatore in diesem Jahr. Seine Bestmarke waren 19 Treffer in der Spielzeit 2007/2008 für die Rovers aus Blackburn. Für die Bayern, wo er in der letzten Saison von Lothar Matthäus im Münchner Trikot und noch im altehrwürdigen Olympiastadion loslegte, netzte er nur 31-mal in 155 Bundesliga-Spielen ein.

Mit immerhin 32 Länderspieltreffern ist er Rekordtorjäger der nationalen Albirroja. Und in dieser Woche titelte die Zeitung Ultima Hora "Herr und Meister des paraguayischen Fußballs". Print-Konkurrent ABC bezeichnete ihn als "Tank, dessen Reserve unerschöpflich ist".

SID xhg dk rd

(lt/sid)