Brasilien: Ausschreitungen nach historischem Cruzeiro-Abstieg

In Belo Horizonte : Fußballfans randalieren nach historischem Cruzeiro-Abstieg

Der erste Abstieg in der 98-jährigen Vereinsgeschichte hat massive Fan-Ausschreitungen im Stadion des brasilianischen Traditionsclubs Cruzeiro Belo Horizonte ausgelöst.

Das letzte Erstliga-Saisonspiel gegen Palmeiras Sao Paulo am Sonntag ist kurz vor Schluss vom Schiedsrichter abgebrochen worden, nachdem die Gäste ihre Führung in der 84. Minute auf 2:0 erhöht hatten. Nach dem Treffer hallten explosionsartige Geräusche durch das Mineirao-Stadion, Stätte des deutschen 7:1 bei der WM in Brasilien, wütende Zuschauer rissen auf den Tribünen Sitze aus ihrer Verankerung und warfen sie auf die unteren Ränge. Der Schiedsrichter schickte beide Teams in die Kabine und musste selbst von behelmten Militärpolizisten mit Schutzschilden in die Stadionkatakomben eskortiert werden.

Die 0:2-Niederlage des viermaligen brasilianische Fußball-Meister Cruzeiro EC aus Belo Horizonte besiegelte den ersten Abstieg des Klubs.

Der Kreis der Teams, die noch nie in die Zweitklassigkeit abgestürzt sind, ist damit auf ein Trio geschrumpft: CR Flamengo aus Rio de Janeiro, das nach den Titeltriumphen in der Meisterschaft und im südamerikanischen Libertadores-Cup in wenigen Tagen die Saison bei der Klub-WM in Katar krönen will, der FC Santos, der mit 16 Zählern Rückstand auf Flamengo als Zweiter ins Ziel kam, sowie der FC Sao Paulo.

Bezeichnenderweise verschliss Cruzeiro im Abstiegsjahr vier Trainer: Auf den ehemaligen Selecao-Coach Mano Menezes, der den Klub immerhin zu den Pokaltriumphen 2017 und 2018 sowie den in Brasilien prestigeträchtigen Titeln in der Bundeslandmeisterschaft (2018, 2019) geführt hatte, folgten Rogerio Ceni, Abel Braga und für die letzten drei Partien Adilson Batista, der mit drei Niederlagen ohne Torerfolg jedoch auch nicht die erhoffte Wende bringen konnte.

(eh/dpa/sid)