Kommentar zu Ausschreitungen in Köln: Innenstadt als Krawallbühne

Kommentar zu Ausschreitungen in Köln : Innenstadt als Krawallbühne

Der Fußball hat ein Problem mit der Gewalt. Das kann niemand leugnen. Im Umfeld der Stadien haben es die Klubs weitgehend im Griff. Es gelingt ihnen, mit Hilfe der Polizei Gewalttäter zu isolieren und ihnen die Wirkung zu nehmen.

Der Besuch in deutschen Arenen ist deshalb nach wie vor kein Abenteuerurlaub. Und er ist auf keinen Fall "lebensgefährlich", wie Rainer Wendt findet, der in seiner Öffentlichkeitsarbeit unsägliche Chef der Deutschen Polizeigewerkschaft (DPolG).

Wenn aber Schule macht, was am Wochenende in Köln geschah, dann könnte ein Einkaufsbummel in der Innenstadt künftig gefährlich werden, wenn am Nachmittag irgendwo bekanntere Fußballteams ein Spiel haben. Krawallmacher entziehen sich immer häufiger dem Zugriff der Ordnungskräfte, indem sie weit entfernt von gut gesicherten Sportarenen randalieren.

Es ist leicht, die Vereine dafür verantwortlich zu machen, weil sich die Schlägertrupps über ihre Lieblingsklubs definieren. Zu leicht. Und es ist ziemlich sicher, dass alle gut gemeinten sozialpädagogischen Bestrebungen von Vereinen und Polizei bei dieser Gruppe ins Leere gehen.

Das sind Kriminelle, denen es allein um Gewalt geht. Und das Gesetz gibt alle Möglichkeiten, mit ihnen fertig zu werden.

Kommentar von Robert Peters

Hier geht es zur Infostrecke: Gewalt auf deutschen Fußballplätzen

(RP)
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