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Horst Seehofer greift DFB-Funktionäre Fritz Keller und Rainer Koch an

„Jämmerliches Schauspiel“ : Bundesinnenminister Seehofer entsetzt über DFB-Funktionäre

Jetzt mischt sich auf die Politik ein: Der Streit beim Deutschen Fußball-Bund (DFB) hat nun auch Bundesinnenminister Horst Seehofer auf den Plan gerufen, der von den Funktionären um Fritz Keller fordert, das „jämmerliche Schauspiel“ zu beenden.

Bundesinnenminister Horst Seehofer hat die Spitzen des deutschen Fußballs in ihrem Dauerstreit zur Räson gerufen. „Es wird Zeit, dass die Sportverbände dieses jämmerliche Schauspiel beenden“, sagte der CSU-Politiker der Deutschen Presse-Agentur. „Das ist ein Schlag ins Gesicht für alle Sportfreunde“, fügte er hinzu.

DFB-Präsident Fritz Keller hatte seinen Vizepräsidenten Rainer Koch im April bei einer Präsidiumssitzung mit Nazi-Richter Roland Freisler verglichen. Die Präsidenten der Landes- und Regionalverbände im DFB hatten Keller daraufhin das Vertrauen entzogen. Er entschuldigte sich später. Einen Rücktritt lehnte er aber am Freitag erneut ab. Die Vertreter der Deutschen Fußball Liga im DFB-Präsidium, zu denen auch DFL-Chef Christian Seifert gehört, distanzierten sich „deutlich und in aller Form“ von der Wortwahl Kellers gegenüber Koch. Zuletzt hatte Seifert aber auch Koch in einem Schreiben attackiert.

„Ich kann nur erstaunt zur Kenntnis nehmen, was da im Moment im DFB abläuft“, sagte Seehofer, dessen Ministerium für die Förderung des deutschen Spitzensports zuständig ist. Für Millionen von Menschen und auch für ihn selbst sei der Sport ein wichtiges Thema, insbesondere der Fußball, betonte Seehofer.

Als er im vergangenen Jahr mit Keller und Seifert darüber gesprochen habe, wie man in der Bundesliga trotz Corona-Pandemie mit einem Hygienekonzept und ohne Zuschauer wieder spielen könnte, „da war von Eifersucht, Machtspielen und Scharmützeln überhaupt nichts zu spüren“.

(dör/dpa)