1. Sport
  2. Fußball
  3. Holstein Kiel

2. Bundesliga: Holstein Kiel verzichtet freiwillig auf Fans im Stadion - "Keine Sonderrolle"

„Keine Sonderrolle“ : Holstein Kiel verzichtet freiwillig auf Fans im Stadion

Obwohl die niedrige Inzidenz es wohl möglich gemacht hätte, lässt Zweitligist Holstein Kiel im letzten Heimspiel am Wochenende keine Zuschauer ins Stadion. Man wolle keine „Sonderrolle in der Gesellschaft reklamieren“.Aus der Politik gab es Lob für diese Entscheidung.

Holstein Kiel kämpft ohne Fans im Stadion um den direkten Aufstieg in die Fußball-Bundesliga. Dies gab der Verein am Montag bekannt. Zuvor hatte die Stadt Kiel den Zweitligisten laut eigener Aussage "sehr überrascht" mit der Ankündigung, dass für das letzte Heimspiel der Saison am Sonntag gegen Darmstadt 98 (15.30 Uhr/Sky) einige Zuschauer zugelassen werden könnten.

"Auch wenn im Rahmen eines möglichen Modellprojekts eine begrenzte Anzahl von Zuschauern erlaubt sein könnte, werden wir unser letztes Heimspiel gegen den SV Darmstadt 98 am kommenden Sonntag in der gewohnten Art und Weise wie in den vergangenen sieben Monaten im Kieler Holstein-Stadion austragen", sagte Klubpräsident Steffen Schneekloth.

Der Profifußball sollte für sich keine "Sonderrolle in der Gesellschaft reklamieren", fügte Schneekloth an. Auch in anderen Veranstaltungsbranchen und Sportarten seien derzeit keine Zuschauer zugelassen. Es müsse eine einheitliche Regelung gefunden werden.

Ministerpräsident Daniel Günther (CDU) nannte die Entscheidung „Ausdruck großer Verantwortung der Vereinsführung“. „Bei allem Verständnis für die Euphorie, die Holstein mit seinen sensationellen Leistungen auch bei mir ausgelöst hat - wir müssen noch behutsam sein und dürfen weitere Öffnungen nicht überstürzen“, sagte der Regierungschef in der Landeshauptstadt. Das Ziel sei es, alle Stadien in der kommenden Saison wieder für Fans zu öffnen.

Nach Angaben des Kieler Gesundheitsministeriums vom Montag lag der Inzidenzwert im nördlichsten Bundesland bei 35,1 Infektionen pro 100.000 Einwohner.

Kiel hat als Tabellenzweiter den Relegationsplatz drei bereits sicher und kann bei einem Sieg am Sonntag oder einem Patzer von Konkurrent SpVgg Greuther Fürth für die Bundesliga planen. Der Aufstieg würde die erste Erstligasaison des Vereins bedeuten.

(kron/SID)