BVB größter Konkurrent: Hoeneß: "Blütezeit des FC Bayern kommt erst noch"

BVB größter Konkurrent : Hoeneß: "Blütezeit des FC Bayern kommt erst noch"

München (rpo). Bayern München steht laut Manager Uli Hoeneß vor einer rosigen Zukunft: "In zwei Jahren spätestens laufen alle unsere Sponsorenverträge aus. Noch prüfen wir verschiedene Optionen, auch den Börsengang schließen wir im Moment nicht ganz aus. Und wenn wir dann - spätestens im Jahr 2005, wie ich hoffe - das neue Stadion bekommen, dann bin ich überzeugt: Die Blütezeit des FC Bayern kommt erst noch", so Hoeneß in einem Interview mit dem Nachrichten-Magazin "Der Spiegel".

Den Börsenwert des FC Bayern schätzt Hoeneß derzeit auf 1,5 Milliarden Mark. Allerdings würde Hoeneß lieber einen Pakt mit einem "strategischen Partner" schließen, der sich beispielsweise mit zehn Prozent am FC Bayern beteiligen würde. Man habe hierfür schon einige Interessenten, betonte Hoeneß: "Bis 2003 wollen wir den FC Bayern neu aufstellen."

Dazu gehört laut Hoeneß auch eine radikale Verjüngungskur der Mannschaft. Man werde mit älteren Spielern die Verträge nicht verlängern, egal wie man in dieser Saison abschneiden werde. "Wir habe zu viele Spieler, die über 30 sind. Ich sehe den Umbruch als zweijährige Phase. Am 30. Juni 2002 ist die Mannschaft verändert. Das ist mein Ziel", verkündete der 49-Jährige.

Effenberg kein Problem

Hoeneß plant aber weiter mit Stefan Effenberg (32): "Vergessen sie das Thema Stefan Effenberg. Der wird bis 2002 bei uns spielen, wenn nicht sogar länger. Er ist also nicht unser Problem. Zunächst ist es unser Thema, bis zum 30. Juni Spieler für die neue Saison zu holen." Die dürften insgesamt "bis zu 100 Millionen Mark" kosten, sagte Hoeneß, schränkte aber ein: "Wenn wir am Ende mit 40 auskommen ist es auch okay."

Als größten nationalen Konkurrenten sieht Hoeneß in den nächsten Jahren Borussia Dortmund. In der kommenden Saison dürfe sich der FC Bayern solche Blößen wie in diesem Jahr nicht mehr leisten. "Wie ich die Dortmunder kenne, werden die noch einmal investieren. In der Borussia sehe ich wirklich eine große Konkurrenz für uns", mutmaßte Hoeneß. Bei Schalke 04 müsse man dagegen abwarten.

Indes glaubt der Bayern-Manager, dass Klubs hauptsächlich aus Italien und Spanien vor einer ungewissen Zukunft stünden. "Sobald die Fernsehverträge in diesen Ländern ablaufen, ist die Deadline erreicht", meinte Hoeneß. Abschlüsse in der Größenordnung von 500 Millionen Mark pro Jahr werde es dann nicht mehr geben. Deshalb werde irgendwann "der große Crash" kommen.

(RPO Archiv)
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