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Peter Neururer und Axel Kruse werfen Jürgen Klinsmann charakterliche Schwächen vor

Scharfe Kritik an Klinsmann nach Rücktritt : „Charakterlich so daneben“

Jürgen Klinsmann ist am Dienstag überraschend als Trainer von Hertha BSC zurückgetreten. Nun hagelt es Kritik von allen Seiten. Über die Zukunft des 55-Jähirgen als Aufsichtsratsmitglied des Bundesligisten ist derweil noch keine Entscheidung gefallen.

Die Kritik an Jürgen Klinsmann nach dem überraschenden Rücktritt als Cheftrainer von Hertha BSC reißt nicht ab. Frühere Akteure des Hauptstadtklubs werfen dem früheren Bundestrainer charakterliche Schwächen und Unglaubwürdigkeit vor. „Jürgen Klinsmann wollte zu viel zu schnell. Ich glaube, er hat auch ein bisschen die Hierarchie in der Mannschaft zerhackt“, sagte der frühere Stürmer Axel Kruse dem rbb. Dass Klinsmann „charakterlich so daneben liegt, einfach die Flinte ins Korn schmeißt und sagt "Ich geh jetzt mal nach Kalifornien, das war‘s jetzt für mich"“, habe Manager Michael Preetz nicht wissen können.

Klinsmann war am Dienstag völlig überraschend nach nur elf Wochen von seinem Amt als Cheftrainer bei den Berlinern zurückgetreten. „Der Trainer hat natürlich für ein Chaos gesorgt, was es im deutschen Fußball in der Bundesliga noch nie gegeben hat“, sagte der frühere Hertha-Coach Peter Neururer bei RTL/ntv. „Er hat auf dem Transfermarkt zugeschlagen wie kein anderer in ganz Deutschland und hat dann zwei Wochen später gesagt "ich spüre das Vertrauen nicht". Unglaubwürdiger in der Auftrittsweise eines Trainers kann man nicht sein.“

Nach Ansicht des Bundes Deutscher Fußball-Lehrer (BDFL) hat Klinsmann der Trainer-Gilde durch seinen plötzlichen Rücktritt einen Bärendienst erwiesen. "Die Art und Weise, von einer Sekunde zu anderen das Handtuch zu werfen, ist sehr bedenklich. Wir können das nicht begrüßen. Vereine werden zu Recht kritisiert, wenn sie einen Trainer vorzeitig entlassen, können jetzt aber wieder einmal auch auf die Trainer zeigen", sagte BDFL-Präsident Lutz Hangartner dem Sport-Informations-Dienst.

Rückkehr von Klinsmann in Aufsichtsrat noch offen

Über die Zukunft von Klinsmann als Aufsichtsratsmitglied des Bundesligisten ist derweil noch keine Entscheidung gefallen. Die offene Frage der Rückkehr des früheren Bundestrainers nach seinem Rücktritt als Coach der Berliner in das Gremium soll geklärt werden, wenn sich die Wogen geglättet haben. Das erfuhr die Deutsche Presse-Agentur aus dem Umfeld von Investor Lars Windhorst am Mittwoch.

Klinsmann war Anfang November durch die Tennor Holding von Geldgeber Windhorst für einen Platz im Aufsichtsrat der GmbH & Co. KGaA benannt worden, nachdem diese ihre Anteile für insgesamt 224 Millionen Euro auf 49,9 Prozent aufgestockt hatte. Dieses Amt ließ Klinsmann ruhen, als er knapp drei Wochen später den Cheftrainerposten übernahm.

Klinsmann kündigte in dem Rücktritts-Statement via Facebook an, sich auf seine „ursprüngliche langfristig angelegte Aufgabe als Aufsichtsratsmitglied zurückzuziehen“. Der Aufsichtsrat der KGaA hat vergleichsweise geringe Befugnisse und ist beispielsweise nicht dafür zuständig, Transfers abzusegnen oder über die Geschäftsführung um Manager Preetz zu entscheiden.

Nach den aktuellen Ereignissen gab es bereits Gespräche zwischen Klub-Präsident Werner Gegenbauer und Windhorst. Telefonisch wurden die Aufarbeitung nach dem Rücktritt Klinsmanns begonnen und Fragen mit Blick auf die Zukunft erörtert. Unternehmer Windhorst hatte sein Engagement beim Hauptstadtklub Ende Juni des vergangenen Jahres begonnen.

Hier geht es zur Infostrecke: So reagiert das Netz auf Klinsmanns Rücktritt bei Hertha

(dpa/old)