Jürgen Klinsmann: Sponsoren-Wirbel um Handy-Video vor Anpfiff

Sponsoren-Wirbel : Klinsmann filmt Fans vor Anpfiff – das könnte Ärger geben

Jürgen Klinsmann hat schon vor dem Anpfiff seines Trainer-Debüts für Hertha BSC für Wirbel gesorgt. Von der Bank aus filmte der 55-Jährige mit seinem Handy die Berliner Fans in der Kurve. Ein Detail könnte für Ärger sorgen.

Jürgen Klinsmann ist gleich in seinem Premierenspiel als neuer Cheftrainer von Bundesligist Hertha BSC kräftig ins Fettnäpfchen getreten. Vor dem Anpfiff des Heimspiels gegen Borussia Dortmund (1:2) filmte der Weltmeister von 1990 mit seinem Handy in gut sichtbarer Hülle des Sportartikelherstellers adidas die Hertha-Fans, die die Hymne "Nur nach Hause" angestimmt hatten.

Peinlich für den 55-Jährigen, dass der Ausrüster der Alten Damen der adidas-Konkurrent Nike ist - Klinsmann trug zumindest die Jacke des US-Sportartikelgiganten. "Das tut mir leid, ich habe nie daran gedacht, dass ich adidas auf der Hülle habe", sagte Klinsmann am Sonntag. Das Handy habe ihm seine Frau mitgegeben. Klinsmann kündigte an, das Hersteller-Logo mit dem Hertha-Emblem austauschen zu wollen.

Offenbar hatte es ihm die Hertha-Hymne angetan. "Also, es war eine spontane Aktion, weil ich dieses Lied einfach mag. Das hat mir in den letzten Jahren immer gut gefallen, wenn ich meinen Sohn hier besucht habe", meinte Klinsmann, dessen Sohn Jonathan von 2017 bis 2019 als Torwart zum Hertha-Kader gehörte.

Von seinem Debüt hatte sich der Trainer dagegen mehr erhofft. "Wir haben uns ein bisschen mehr erwünscht", räumte der neue Hoffnungsträger ein, wollte aber kein Trübsal blasen. "Generell bin ich sehr zufrieden. Die gesamte Umsetzung der Punkte, die wir uns vorgenommen haben, war da", stellte der 55-jährige fest und ergänzte: "Es geht nicht über Nacht."

Trotz der frühen Gelb-Roten Karte für Mats Hummels (45.) kam seine Mannschaft nicht zum Ausgleich, auch wenn das Klinsmann anders sah. "Wir dachten eigentlich, wir hätten das 2:2 erzielt", sagte der 55-Jährige, nachdem das Tor von Davie Selke (48.) nach Videobeweis wegen Abseits aberkannt wurde. Es war Klinsmanns erste Berührung mit dem Videobeweis nach über zehnjähriger Bundesliga-Pause.

Kämpferisch zeigten sich die Herthaner zwar verbessert, doch spielerisch fehlten die Ideen. Am Ende rutschte die Alte Damen nach der fünften Liga-Pleite weiter ab. Zudem stehen nun vier Hammer-Spiele auf dem Programm, gegen Frankfurt, Freiburg, Leverkusen und Gladbach. "Wir haben bis Weihnachten viel Arbeit", sagte der neue Coach.

Am Sonntagmorgen besprach Klinsmann die Partie noch einmal mit seinen Spielern. Die Bilanz fiel positiv aus. "Da waren viele gute Dinge, die innere Chemie stimmt", sagte Klinsmann und gab den Weg vor: "In Frankfurt geben wir denen einen richtigen Fight."

(sid/old)
Mehr von RP ONLINE