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Hertha BSC: Das dachte Ex-Trainer Jürgen Klinsmann über Dodi Lukebakio

„Rubrik Fehleinkauf von Preetz“ : So bewertete Klinsmann die Hertha-Profis

Zwei Wochen nach Jürgen Klinsmanns abruptem Rücktritt als Trainer von Hertha BSC ist ein Protokoll des ehemaligen Bundestrainers aufgetaucht. Darin bewertet er auch jeden Profi der Berliner einzeln. Ein Ex-Fortune kommt dabei nicht gut weg.

„Ständig krank oder verletzt“, „erzeugt keinen Mehrwert mehr“ oder „zu alt und satt“: So scharf hat Jürgen Klinsmann, ehemaliger Trainer von Hertha BSC, seine ehemaligen Profis bewertet. Das geht aus einem Protokoll hervor, das der „Sport Bild“ vorliegt. Auf 22 DIN-A4-Seiten dokumentierte der frühere Bundestrainer seine zehn Wochen bei dem Berliner Verein, der unter seiner Führung zum „Big City Club“ heranwachsen sollte.

Doch daraus wurde nichts. Anfang Februar schmiss Klinsmann via Facebook-Post überstürzt hin. Dank der beispiellosen Abrechnung Klinsmanns wurde die Trennung am Mittwoch endgültig zur Schlammschlacht. In dem internen Papier werden dem Fußball-Bundesligisten „Lügenkultur“ und „katastrophale Versäumnisse“ unterstellt.

Bei der Übernahme der Mannschaft sei diese in einem „katastrophalen Zustand“ gewesen, hieß es unter anderem in dem Protokoll. Und auch das: „Der Klub wäre ohne den Trainerwechsel Ende November direkt in die 2. Liga abgestiegen, weil er auf diese Situation gar nicht vorbereitet ist.“

Gegen Ende kam er zu dem Schluss, dass die Geschäftsleitung sofort komplett ausgetauscht werden müsse.

Auch viele seiner ehemaligen Spieler kommen in der „Zusammenfassung“ gar nicht gut weg. Den ehemaligen Profi von Fortuna Düsseldorf, Dodi Lukebakio, bezeichnet er als „Fehleinkauf von Michael Preetz“, der 35-jährige Salomon Kalou sei „zu alt und satt“ und Rechtsverteidiger Lukas Klünter ist nach Ansicht von Klinsmann „technisch zu schwach, aber Mehrwert machbar zu generieren“.

Investor Lars Windhorst hatte Jürgen Klinsmann im November zunächst in den Aufsichtsrat berufen. Drei Wochen später übernahm der Weltmeister von 1990 die Mannschaft vom entlassenen Ante Covic. Was folgte, waren sportlich gesehen drei Siege, drei Remis und drei Niederlagen in der Liga sowie das Ausscheiden im Achtelfinale des DFB-Pokals. In der Winterpause ging Klinsmann auf Shopping-Tour und ließ für knapp 80 Millionen Euro neue Spieler verpflichten. Schon bei seinem Engagement 2008/09 beim FC Bayern München war er vor Ablauf der Saison gescheitert.

(mit dpa)