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Hannover 96: Andre Breitenreiter nimmt Urlaubssperre für Spieler wieder zurück

Trotz Niederlage gegen Düsseldorf : 96-Profis haben über Weihnachten frei

Am Tag nach der 0:1-Heimniederlage gegen Fortuna Düsseldorf ist Andre Breitenreiter ein Stück zurückgerudert. Der Trainer von Hannover 96 gewährt seinen Profis zumindest einen weihnachtlichen Kurzurlaub.

Kurzurlaub statt Weihnachtsfrust: Am Tage nach der deprimierenden 0:1 (0:0)-Heimniederlage gegen Aufsteiger Fortuna Düsseldorf hat Trainer Andre Breitenreiter seine Drohung, bei Hannover 96 den Weihnachtsurlaub komplett zu streichen, spürbar abgemildert. Die Profis des Bundesliga-Tabellenvorletzten haben an den Feiertagen nun doch frei und müssen erst am 28. Dezember wieder zum Training erscheinen.

"Das Ziel, dass sich die Mannschaft wieder als Einheit präsentiert, haben wir erreicht. Auch ich verzichte auf meinen Urlaub, um das Jahr 2018 abzuschütteln und es im kommenden Jahr besser zu machen", erklärte der Coach am Sonntagmittag.

Ursprünglich sollte die Weihnachtspause gänzlich entfallen, wenn die Mannschaft nicht mindestens drei Punkte aus den letzten beiden Vorrundenspielen einfährt. Dies jedoch gelang den Niedersachsen nicht, einem 1:1-Unentschieden beim SC Freiburg folgte die Last-Minute-Schlappe gegen die Rheinländer.

Breitenreiter hatte seine Maßnahme am Vormittag seiner Truppe im Verlauf einer 45-minütigen Mannschaftssitzung erläutert: "Die Situation ist für uns alle schwierig. Aber wenn wir die richtigen Maßnahmen ergreifen und zusammenhalten, bin ich optimistisch, dass wir das Ziel Klassenerhalt schaffen."

Eine Ausnahmeregelung gibt es für die Brasilianer Felipe und Walace. Sie dürfen den Jahreswechsel in ihrer Heimat verbringen und müssen erst am 3. Januar wieder ins Training einsteigen. Ungeachtet der miserablen Bilanz von nur elf Punkten aus 17 Spielen.

Und in dieser Form und mit diesem Kader steigt Hannover ab - das hat die schwächste Hinrunde der Vereinsgeschichte gezeigt. "So kann es nicht weitergehen", sagte nicht nur Horst Heldt, der in der Winterpause besonders gefordert ist. Der Manager muss auf dem Transfermarkt echte Verstärkungen finden.

Dabei ist die Offensive die größte Baustelle am Maschsee. Die schwere Knieverletzung von Torjäger Niclas Füllkrug trifft die Norddeutschen bis ins Mark. Der 25-Jährige, der am 27. Dezember in Augsburg operiert wird und für den weiteren Saisonverlauf nicht mehr zur Verfügung steht, muss im Januar dringend ersetzt werden.

An der Besetzung des Trainerpostens indes soll sich trotz der mageren Bilanz nichts ändern. "Der Präsident hat sich ja dazu geäußert, da gibt es nichts Weiteres zu sagen", meinte Heldt. Für den Sonntag bat Vereinsboss Martin Kind, der Breitenreiter auch für den Fall einer Niederlage eine Jobgarantie ausgesprochen hatte, zu einer weiteren Sitzung. Mit dem Aufstieg und dem sicheren Klassenerhalt im vergangenen Jahr kann der 45-Jährige durchaus auf Verdienste verweisen.

Es gilt für die 96er, spätestens mit dem Beginn des Jahres 2019 entschlossen auf den Resetknopf zu drücken und wieder enger zusammenzurücken. In der Hinrunde gab es nicht nur öffentlichen Streit um die Übernahmepläne von Kind, es gab auch größere Probleme in der Mannschaft. "Ich hatte es nicht so extrem eingeschätzt", sagte Breitenreiter dazu: "Aber es gab deutliche Signale aus dem Mannschaftsrat, dass sie die Kabine nicht in den Griff kriegen." Drei ruhige Weihnachtstage sollen nun die Lage befrieden.

(rent/sid)