1. Sport
  2. Fußball
  3. Hannover 96

2. Bundesliga: Hannover 96 entlässt Trainer Mirko Slomka

Sportliche Talfahrt : Hannover 96 entlässt Trainer Mirko Slomka

Hannover 96 hat sich von Mirko Slomka getrennt. Nach nur zwölf Spieltagen sah die Klubführung keine Zukunft mehr in der Zusammenarbeit mit dem einstigen Erfolgstrainer.

Das Experiment Mirko Slomka ist krachend gescheitert. 159 Tage nach der Verpflichtung hat der strauchelnde Bundesliga-Absteiger Hannover 96 seinen einstigen Erfolgscoach schon wieder entlassen. Der Klub zog am Sonntag nach nur zwölf Spielen die Notbremse, der schwer enttäuschende Auftritt beim 1:1 gegen den SV Sandhausen am Freitag veranlasste die Verantwortlichen zum Handeln. In der spärlich gefüllten Arena hatten zahlreiche Fans "Slomka raus!" gerufen.

"Leider ist es nicht gelungen, die Entwicklung der Mannschaft so voranzutreiben, wie wir es uns gewünscht haben", sagte Sportdirektor Jan Schlaudraff: "Insbesondere sechs Heimspiele ohne einen einzigen Sieg sind unterm Strich einfach zu wenig." Mit nur 14 Punkten hinkt der Klub seinen Ambitionen weit hinterher - statt um den direkten Wiederaufstieg zu kämpfen, finden sich die Niedersachsen auf Rang 13 wieder.

Schlaudraff werde nun zeitnah Gespräche mit Kandidaten für den Cheftrainerposten bei 96 führen, hieß es in einer Vereinsmitteilung. "Unser Ziel ist es, mit dem neuen Trainer eine stabile Saison zu spielen und den Anschluss nach oben nicht komplett zu verlieren", ergänzte Schlaudraff. Nach dem Unentschieden gegen Sandhausen hatte der Klub eine umfassende Analyse angekündigt, um die "unbefriedigende sportliche Situation" zu analysieren.

Schon vor der Entlassung kursierten Namen möglicher Nachfolger. Der Ex-Kölner Markus Anfang, mit sich Kind bereits vor der Slomka-Verpflichtung in seinem Hotel Kokenhof getroffen hatte, wurde ebenso gehandelt wie Kenan Kocak. Auf Jobsuche sind auch Markus Weinzierl und der frühere Hamburger Hannes Wolf.

Slomka wurde die Trennung in einem kurzen persönlichen Gespräch in der Geschäftsstelle von Schlaudraff mitgeteilt, mit dem er einst große gemeinsame Erfolge feierte. Der einst hoch gepriesene und gar als kommender Bayern-Trainer gehandelte Coach hatte seinen Herzensklub in seiner vorigen Amtszeit in Hannover zwischen Januar 2010 und Weihnachten 2013 in die Europa League geführt und dort für Furore gesorgt. Bei der Rückkehr im Sommer als Nachfolger von Thomas Doll hoffte der mächtige Geschäftsführer Martin Kind, dass Slomka bei 96 eine Wende herbeiführen kann. Doch er sollte sich täuschen.

Slomka kämpfte nach dem Unentschieden gegen den SVS um seinen Job. "Der Druck ist berechtigt. Ich halte das aus - ob andere das aushalten, kann ich nicht sagen", sagte der 52-Jährige bei Sky. Auf seinen Nachfolger wartet eine schwierige Aufgabe: Die Mannschaft ist verunsichert, die Klubführung ambitioniert - und die Ergebnisse stimmten in den vergangenen Wochen nicht. Einige Beobachter des Klubs fürchten sogar den Absturz in Liga drei.

(lt/sid)